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Deutschland, Frankreich und Spanien wollen bei Luftkampfsystem FCAS Tempo machen
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will mit seinen französischen und spanischen Amtskollegen bei der Entwicklung des gemeinsamen Kampfjetystems FCAS das Tempo erhöhen. Gemeinsam mit Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und der spanischen Ministerin Margarita Robles habe er sich darauf verständigt, "dass wir den zeitlichen Druck aufrecht erhalten und erhöhen wollen", sagte Pistorius am Freitag in Madrid.
Die drei Minister unterzeichneten das im Dezember getroffene Abkommen über den Beginn der nächsten Phase, in der bis 2029 ein Prototyp entwickelt werden soll. Sie hätten regelmäßige Treffen vereinbart, um das Projekt zu begleiten, sagte Pistorius. "Eine Art Aufsichtsrat für das Projekt" solle dies sein, erklärte der Minister: "Es hängt an unserer politischen Führung, wie schnell es realisiert wird." Das Projekt dürfe "Zeit kosten, aber es darf nicht behäbig werden", betonte Pistorius.
Die kürzlich von ihm verkündete Beschaffungspolitik, die vor allem auf Schnelligkeit und Verfügbarkeit setze, stehe nicht im Widerspruch zu der gemeinsamen Entwicklung eines vernetzten Kampfflugzeugs, das ab 2040 den Eurofighter und das französische Kampfflugzeug Rafale ablösen soll, betonte der Bundesverteidigungsminister. Beim FCAS handle es sich um eine "große Entwicklungslösung, (...) die wir tunlichst nicht alleine angehen sollten". Bis dahin müssten die derzeitigen Kampfflugzeuge der Bundeswehr in Schuss gehalten werden, damit Deutschland verteidigungsfähig bleibe.
Der französische Verteidigungsminister Lecornu zeigte sich optimistisch zum Stand der Planungen. "Wir liegen im Plan", betonte er. Das Luftkampfsystem sei so angelegt, dass es entwicklungsfähig bleibe. "Das Programm ist ein Gradmesser unserer europäischen Handlungsfähigkeit", sagte Pistorius.
Nach monatelangem Ringen hatten die beteiligten Unternehmen der drei Länder Ende vergangenen Jahres die Zuständigkeiten beim Bau des gemeinsamen Kampfflugzeugsystems offiziell geklärt. Das Vorhaben, das neben dem Kampfflugzeug auch Drohnen und eine eigene Cloud-Lösung umfasst, war zuvor seit Mitte 2021 blockiert gewesen, weil der französische Kampfflugzeugbauer Dassault und die in Deutschland ansässige Rüstungssparte von Airbus unter anderem über das geistige Eigentum an der zu entwickelnden Technologie uneins waren.
S.Keller--BTB