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Wasserwirtschaft: Pestizidhersteller sollen für Abwasserreinigung bezahlen
Die Hersteller von Pestiziden sollten nach Ansicht der Wasserwirtschaft an den Kosten der Abwasserreinigung beteiligt werden. Eine solche erweiterte Herstellerverantwortung könnte dabei helfen, den Einsatz von Pestiziden nachhaltig zu verringern, erklärte Martin Weyand vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag. Auch die EU-Kommission schlage dies in ihrem Entwurf für die Novelle der kommunalen Abwasserrichtlinie vor.
Der BDEW verwies auf einen am Mittwoch vorgestellten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA). Demnach ist die Belastung mit gesundheits- und umweltschädlichen Stoffen in der EU nach wie vor hoch. Die Behörde mit Sitz in Kopenhagen zitierte auch Daten, wonach die Verkaufsmenge von Pestiziden in den Jahren 2011 bis 2020 weitgehend stabil geblieben ist.
"Die Analyse der EEA zeigt die Notwendigkeit, endlich Maßnahmen gegen die steigende Menge von Pestiziden in unserer Umwelt zu ergreifen", erklärte Weyand. "Auch für unsere Trinkwasserressourcen sind Pestizide eine zunehmende Belastung." Der BDEW unterstütze deshalb ausdrücklich Bemühungen auf EU-Ebene, Gebrauch und Risiko chemischer Pestizide um 50 Prozent bis 2030 zu reduzieren, zum Beispiel durch alternative Landwirtschaftsmodelle.
Pestizide werden vor allem in der Landwirtschaft, aber auch in der Forstwirtschaft und in öffentlichen Grünanlagen, in Parks und entlang von Straßen und Bahnstrecken eingesetzt. Viele der Stoffe werden mit chronischen Krankheiten bis hin zu Krebserkrankungen in Verbindung gebracht und tragen nachweislich zum Artensterben bei.
N.Fournier--BTB