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Zivilprozess gegen Trump wegen Vergewaltigungsvorwürfen in New York begonnen
In New York hat ein Zivilprozess gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump wegen Vergewaltigungsvorwürfen der Journalistin E. Jean Carroll begonnen. Der Prozess gegen den republikanischen Präsidentschaftsbewerber vor einem Bundesgericht in Manhattan startete am Dienstag mit der Auswahl der Geschworenen. Carroll, die vor allem als langjährige Kolumnistin für das Magazin "Elle" bekannt ist, hat den 76-Jährigen wegen Vergewaltigung und Verleumdung auf Schadenersatz in nicht genannter Höhe verklagt.
Die heute 79-Jährige beschuldigt Trump, sie Mitte der 90er Jahre in einer Umkleidekabine eines Luxuskaufhauses in Manhattan vergewaltigt zu haben. Ihren Vorwurf hatte sie erst 2019 öffentlich gemacht, als Trump Präsident war. Dieser bezichtigte Carroll daraufhin der Lüge und erklärte, sie sei nicht sein "Typ".
Carroll verklagte Trump deswegen zunächst wegen Verleumdung. Im vergangenen November reichte sie eine zusätzliche Klage wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung selbst ein. Möglich wurde dies durch ein neues Gesetz im Bundesstaat New York, das mutmaßlichen Vergewaltigungsopfern unabhängig von Verjährungsfristen erlaubt, mutmaßliche Täter auf Schadenersatz zu verklagen.
Während das Verfahren zur Verleumdungsklage auf Eis liegt, begann nun der Zivilprozess zur zweiten Klage. In ihrer Klageschrift wirft Carroll Trump Körperverletzung im Zusammenhang mit einer Vergewaltigung vor. "Trump beging Körperverletzung, als er Carroll gewaltsam vergewaltigte und begrabschte", heißt es in dem Dokument. In einem zweiten Punkt beschuldigt Carroll den Ex-Präsidenten - wie bereits in ihrer ersten Klage - auch der Verleumdung.
Sie bezieht sich dabei auf einen Post von Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social vom Oktober 2022. Darin warf der Ex-Präsident Carroll unter anderem vor, den Vorfall "erfunden" zu haben, und sprach erneut von einer "Lüge".
Es gilt als unwahrscheinlich, dass Trump bei dem Zivilprozess persönlich erscheinen wird. Dazu verpflichtet ist er nicht.
Trump ist im Verlauf der Jahrzehnte von zahlreichen Frauen des sexuellen Fehlverhaltens bis hin zur Vergewaltigung beschuldigt worden. Der Republikaner, der bei der Präsidentschaftswahl 2024 erneut antreten will, hat solche Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Erst vor knapp einem Monat war Trump wegen einer Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin Stormy Daniels vor der Präsidentschaftswahl 2016 als erster Ex-US-Präsident der Geschichte angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan wirft dem 76-Jährigen eine Fälschung von Geschäftsunterlagen in 34 Fällen vor.
Ermittlungen gegen den Ex-Präsidenten gibt es auch wegen der Kapitol-Erstürmung durch radikale Trump-Anhänger am 6. Januar 2021, wegen der Mitnahme von Geheimdokumenten aus dem Weißen Haus in sein Privatanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida zum Ende seiner Amtszeit und wegen der mutmaßlichen Einflussnahme auf Wahlverantwortliche im Bundesstaat Georgia nach der Präsidentschaftswahl 2020.
W.Lapointe--BTB