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Klimastudie: Einhalten des 1,5-Grad-Ziels immer unwahrscheinlicher
Das Erreichen des Klimaziels von einem globalen Temperaturanstieg um höchstens 1,5 Grad wird einer Studie zufolge immer unwahrscheinlicher. Das dafür verbleibende Kohlenstoffbudget sei so gering wie nie zuvor, heißt es einem von internationalen Wissenschaftlern am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht zum Klimawandel. Das Kohlenstoffbudget beschreibt die CO2-Menge, die noch ausgestoßen werden kann, damit der Schwellenwert von 1,5 Grad mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.
Dieses Budget sei innerhalb eines Jahres von 200 Milliarden Tonnen CO2 auf 130 Milliarden Tonnen geschrumpft, heißt es in dem von der Zeitschrift "Earth System Science Data" veröffentlichten Bericht. Er untersucht die wichtigsten Indikatoren des Klimawandels, darunter den Temperaturanstieg, den Ausstoß von Treibhausgasen und den Anstieg des Meeresspiegels.
"Das Überschreiten der Schwelle von 1,5-Grad ist jetzt unvermeidlich", erklärte einer der Autoren, Pierre Friedlingstein vom französischen Forschungszentrum CNRS. Auch der Hauptautor der Studie, Piers Forster von der Universität Leeds, zeigt sich skeptisch: "Wenn man den diesjährigen Bericht betrachtet, geht alles in die falsche Richtung", erklärte er. Die Forscher aus 17 Ländern stützen sich auf die Methoden des Weltklimarats, der etwa alle sechs Jahre einen globalen Sachstandsbericht veröffentlicht.
Für das vergangene Jahr kamen die Forscher auf eine Erwärmung von 1,52 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Davon entfielen 1,36 Grad auf menschliche Aktivitäten, der Rest auf natürliche Phänomene wie etwa das El Niño-Phänomen. Dieses Ergebnis sei erwartbar gewesen, meint Klimaforscher Christophe Cassou. Es bedeutet noch nicht, dass der Schwellenwert des Pariser Abkommens überschritten sei, da dieser sich auf mehrere Jahrzehnte beziehe. Aber das Zeitfenster, um das Ziel zu erreichen, schließe sich weiter.
Bei der Erhöhung des Meeresspiegels habe sich das Tempo zwischen 2019 und 2024 verdoppelt, heißt es in dem Bericht. In dieser Zeit sei der Meeresspiegel um 2,6 Zentimeter angestiegen. Seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts liege der Anstieg bei insgesamt 22,8 Zentimeter.
Diese erklärt sich zum einen durch die wärmeren Temperaturen, bei denen sich die Weltmeere ausdehnen, und zum anderen durch das Abschmelzen von Gletschern, wodurch ihnen mehr Süßwasser zugeführt wird. Der steigende Meeresspiegel führe zu heftigeren Stürmen und bedrohe manche Inselstaaten.
Klimatologin Valérie Masson-Delmotte rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. "Was können wir tun, um das Tempo und das Ausmaß des Meeresspiegelanstiegs zu begrenzen? Wir müssen die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich herunterfahren", betont sie.
M.Schneider--VB