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Deutschland erhöht Hilfen für Weltgesundheitsorganisation - Konferenz in Berlin
Nach dem Rückzug der USA unterstützt Deutschland die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit weiteren zwei Millionen Euro. Die Weltgesundheitsorganisation sei "unverzichtbar" - und auch für das deutsche Gesundheitswesen "zentral", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch auf einer von seinem Ministerium organisierten Konferenz zur Zukunft der WHO in Berlin.
Als wichtige Aufgaben für die WHO nannte Lauterbach Gesundheitsüberwachung, Pandemieprävention, Krankheitsbekämpfung und den gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die USA hätten der WHO mit ihrem Austritt "den Rücken zugewandt und Schockwellen um die ganze Welt geschickt", sagte der Minister in seiner Eröffnungsrede.
Lauterbach sprach von "beispiellosen Herausforderungen" für die WHO. Die USA fielen nun als wichtige Finanzquelle für die Organisation aus, zudem fehle es im weltweiten Gesundheitswesen nun an wichtigen Daten, "weil die US-Institutionen ihre Kommunikation eingestellt haben". Der Rückzug der USA gefährde "nicht nur die finanzielle Stabilität, sondern auch die multilaterale Zusammenarbeit in der globalen Gesundheitsarchitektur", warnte er.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Berlin, die Politik der US-Regierung laufe auf eine "Vernichtung der globale Gesundheitsarchitektur" hinaus. Er nannte nicht nur den Austritt der USA aus der WHO, sondern auch die Schließung der US-Entwicklungsbehörde USAID, die weltweit wichtige Gesundheitsprogramme ermöglicht habe. "Wir haben nun keine andere Wahl, als unsere Arbeit und unser Personal zu reduzieren", sagte Tedros.
Im Februar hatte der Exekutivrat der WHO das Budget für 2026 und 2027 bereits von 5,3 Milliarden Dollar auf 4,9 Milliarden Dollar gekürzt. Die WHO erwägt derzeit eine weitere Kürzung auf 4,2 Milliarden Dollar.
Die USA waren bislang der größte Geldgeber der UN-Organisation. Kurz nach seinem Amtsantritt im Januar hatte US-Präsident Donald Trump den Austritt seines Landes aus der WHO verkündet. Zudem fror er einen Großteil der US-Auslandshilfe ein, darunter auch Mittel für den internationalen Gesundheitsschutz.
WHO-Chef Tedros dankte Deutschland in Berlin für die Unterstützung seiner Organisation: "In einer Krise merkt man, wer die wahren Freunde sind." Deutschlands Unterstützung helfe der WHO, "Gemeinschaften vor Krankheitsausbrüchen zu schützen, lebensrettende Leistungen für von humanitären Krisen betroffene Menschen zu erbringen und die Grundlagen der Gesundheitssysteme zu stärken".
Tedros erinnerte daran, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der WHO im Oktober 2024 bereits 240 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zugesagt habe. Damit beliefen sich die deutschen Zusagen für die kommenden vier Jahre auf knapp 400 Millionen Euro.
M.Betschart--VB