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Wahlprogramme von Parteien zu Bremer Bürgerschaftswahl oft schwer zu verstehen
Einer Studie zufolge sind die Wahlprogramme der Parteien zur Bürgerschaftswahl in Bremen für viele Menschen schwierig zu verstehen. Die Verständlichkeit habe sich im Vergleich zur vorangegangenen Wahl in Bremen 2019 im Schnitt nicht verbessert, teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart am Mittwoch mit. Die von der Sprache her verständlichsten Wahlprogramme hätten Grüne und FDP, das sprachlich komplizierteste die SPD.
"Parteien sollten ihre Positionen klar und verständlich darstellen, damit die Wählerinnen und Wähler eine begründete Wahlentscheidung treffen können", erklärte der Studienautor, Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider. Zusammen mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Claudia Thoms nutzte er eine Analysesoftware, um nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern zu suchen.
Anhand solcher Merkmale wird nach Universitätsangaben der Hohenheimer Verständlichkeitsindex angewandt. Er reicht von null Punkten für schwer verständlich bis 20 für leicht verständlich. Die Wahlprogramme hätten im Durchschnitt 7,3 Punkte bekommen - 8,0 Punkte erhielten Grüne und FDP, 5,8 die SPD. Die CDU verbesserte sich gegenüber 2019 und erreichte nun 7,5 Punkte.
Zum Vergleich: Doktorarbeiten in der Politikwissenschaft kommen in dem Index durchschnittlich auf 4,3 Punkte, Hörfunknachrichten auf 16,4 und Politikartikel in überregionalen Zeitungen auf Werte zwischen elf und 14. Unverständliche Wahlprogramme schließen laut Brettschneider "einen erheblichen Teil der Wählerinnen und Wähler aus".
Fremd- und Fachwörter, aber auch Wortzusammensetzungen oder Nominalisierungen seien eine große Hürde, erklärte Thoms. Als zwei von mehreren Beispielen nannte sie dabei die "Allgemeines-Gleichstellungs-Gesetz-Beschwerdestellen", welche die Grünen in ihrem Programm erwähnen, und "Informationssicherheitsmanagementsysteme" der FDP.
Brettschneider betonte, dass die formale Verständlichkeit nicht das einzige Kriterium für die Qualität eines Wahlprogramms sei. "Deutlich wichtiger ist der Inhalt - Unfug wird nicht dadurch richtig, dass er formal verständlich formuliert ist."
In Bremen wird am 14. Mai gewählt. Neben den ausführlichen Wahlprogrammen bieten die Parteien auch Kurzversionen in leichter Sprache an. Zudem gibt es einen Wahl-O-Maten.
G.Schulte--BTB