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Verweigerte Einreise für Partey: Ghanas Regierung protestiert
Die ghanaische Regierung hat gegen die nach Kanada verweigerte Einreise des Fußball-Nationalspielers Thomas Partey Protest eingelegt. In einer Erklärung hieß es, dass die Regierung "äußert starke Vorbehalte" habe "angesichts der willkürlichen und äußerst ungerechten Entscheidung Kanadas, einen Antrag auf befristete Aufenthaltsgenehmigung" für ihren Spieler abzulehnen. Man betreibe nun "aktive diplomatische Bemühungen" gegenüber kanadischen Vertretern und hoffe, die Entscheidung rückgängig machen zu können.
"Die Entscheidung beruht offenbar auf einem im Vereinigten Königreich anhängigen Strafverfahren, das bislang weder zu einer Verurteilung noch zu einer gerichtlichen Feststellung der Schuld geführt hat", teilte die Regierung mit, die am 11. Juni eine offizielle Protestnotiz an das kanadische Außenministerium übermittelte. Partey, der am 17. Juni in Toronto mit seiner Mannschaft gegen Panama in die WM starten sollte, war im Juli 2025 in London wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt worden war. Der Mittelfeldspieler des FC Villarreal bestreitet die Vorwürfe.
"Die Regierung von Ghana bekräftigt den grundlegenden Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung, einen Eckpfeiler der Gerechtigkeit", hieß es weiter: "Ghana respektiert zwar das souveräne Recht Kanadas, seine Einwanderungsgesetze durchzusetzen, ist jedoch der Ansicht, dass die Heranziehung unbewiesener Vorwürfe ohne gerichtliche Entscheidung grundlegende Fragen hinsichtlich Fairness und Verhältnismäßigkeit aufwirft." Man werde "alle verfügbaren Rechtsmittel prüfen und ausschöpfen, um eine umfassende und faire Prüfung aller Sachverhalte sicherzustellen".
Partey war vor einem Jahr von der britischen Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in fünf Fällen und eines sexuellen Übergriffs angeklagt worden, die mutmaßlichen Straftaten sollen sich zwischen 2021 und 2022 ereignet haben. Im Februar war er erneut wegen zweifacher Vergewaltigung angeklagt worden, woraufhin er erneut auf nicht schuldig plädierte.
Auf der Website der kanadischen Regierung heißt es: "Wenn Sie eine Straftat begangen haben oder verurteilt wurden, kann Ihnen die Einreise nach Kanada verweigert werden." Partey ist zwar angeklagt, ein Urteil gibt es aber noch nicht. Der Termin für die Verhandlung wurde vom Richter zuletzt auf den 2. November 2026 festgelegt.
Partey war Anfang Juni in den Kader seines Landes für die WM berufen worden. Am 4. Juni traf er mit seinen Teamkollegen in Washington D.C. ein, am Freitag reiste das Team zu seinem Trainingslager in Rhode Island. In den zwei weiteren Gruppenspielen gegen England (23. Juni) und Kroatien (27. Juni) wird er dagegen wohl spielen können, da diese in den USA stattfinden.
K.Sutter--VB