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Russische Schattenflotte: Kapitän in Frankreich in Gewahrsam genommen
Der Kapitän eines mutmaßlich zur russischen Schattenflotte zählenden Tankers ist in Frankreich in Polizeigewahrsam gekommen. Es werde noch untersucht, wer der Eigentümer des Schiffes sei, teilte die französische Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Brest mit. Der russische Kommandant des am Sonntag von der französischen Marine aufgebrachten Frachters "Tagor" riskiert demnach eine Strafe in Höhe von 150.000 Euro für das Fahren unter falscher Flagge und für die Weigerung, einer Aufforderung nachzukommen. Der Schiffseigner könne mit derselben Strafe belegt werden, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Der Frachter war am Dienstag vor der französischen Küste eingetroffen. Die französische Marine hatte ihn 700 Kilometer vor der Küste kontrolliert, weil Verdacht auf eine falsche Beflaggung bestand. Es ist die vierte Aktion dieser Art durch Frankreich im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fehlenden Nachweises der Nationalität des Schiffes und der Weigerung, einer Aufforderung Folge zu leisten. Der Kreml nannte das Vorgehen der französischen Marine eine "illegale Aktion, die an internationale Piraterie grenzt".
Das Schiff war unter kamerunischer Flagge vom russischen Murmansk Richtung Kamerun unterwegs. Die Montego-Bay-Konvention erlaubt bei Verdacht auf eine falsche Flagge die Kontrolle eines Frachters auf Hoher See.
Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches oder iranisches Öl zu transportieren. Zum Zeitpunkt seiner Kontrolle durch die französische Marine war der Tanker nahezu leer gewesen.
Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte.
A.Zbinden--VB