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Prognosen: Sozialist Seguro liegt nach Präsidenten-Stichwahl in Portugal vorn
Der gemäßigte Sozialist António José Seguro liegt nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal Prognosen zufolge deutlich vor dem Rechtspopulisten André Ventura. Seguro kam bei der Wahl am Sonntag auf 67 bis 73 Prozent der Stimmen, Ventura auf nur 27 bis 33 Prozent, wie aus Hochrechnungen von zwei portugiesischen Fernsehsendern auf Basis von Nachwahlbefragungen hervorging. Damit dürfte Seguro im März die Nachfolge des seit zehn Jahren amtierenden konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa antreten.
Der 63-jährige Sozialist Seguro kam bei der ersten Wahlrunde am 18. Januar auf rund 31 Prozent der Stimmen. Von 2011 bis 214 war er Generalsekretär der Sozialistischen Partei (PS), dessen gemäßigten Flügel er vertritt. Der 43-jährige Rechtspopulist Ventura, der die rechtsaußen stehenden Chega-Partei gegründet hat und leitet, erreichte 23,5 Prozent. In der zweiten Runde wurden Ventura bereits im Vorfeld kaum Chancen eingeräumt - Seguro lag Umfragen zufolge mit 67 Prozent klar vorn.
Am Sonntag waren nun rund elf Millionen Portugiesinnen und Portugiesen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Stichwahl fand statt, während Portugal von schwerem Unwettern heimgesucht wurde. Vor diesem Hintergrund war eine niedrigere Wahlbeteiligung für möglich gehalten worden.
Eine Forderung Venturas, die Wahl wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen zu verschieben, wurde abgelehnt. Nach Angaben der Wahlbehörde des Landes erlaubt das Gesetz keine landesweite Verschiebung eines Urnengangs.
Seit 1986 war in Portugal keine Stichwahl zur Wahl des Staatsoberhauptes mehr nötig gewesen. Der Präsident hat in Portugal keine exekutiven Befugnisse, kann aber in Krisenzeiten das Parlament auflösen, Neuwahlen ausrufen oder den Ministerpräsidenten entlassen.
D.Bachmann--VB