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Trauer nach Tod von Star-Regisseur Wolfgang Petersen
Der Tod des zu Weltruhm gelangten deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen ist von Filmkollegen und deutschen Politikern mit Trauer aufgenommen worden. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) würdigte den 81-Jährigen am Dienstagabend auf Twitter als "besonderen Erzähler". Die US-Schauspielerin Glenn Close beschrieb Petersen als "einen Mann voller Lebenslust, der tat, was er am meisten liebte". Auch deutsche Schauspieler drückten ihre Trauer über den Tod des Regisseurs des Filmklassikers "Das Boot" aus.
"Die unendliche Geschichte von Wolfgang Petersen ist zuende gegangen", erklärte Bundeskanzler Scholz in Anspielung auf Petersens Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Ende im Jahr 1984. "Das Boot und viele andere seiner Filme leben weiter - und zwar weit über Deutschland hinaus. Das besondere Verdienst eines besonderen Erzählers."
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte am Mittwoch, mit Petersen verliere die Welt einen "großartigen Regisseur", der "Maßstäbe für gleichermaßen packendes wie ambitioniertes Erzählen gesetzt hat". "Das Boot" gelte nach wie vor als "Meilenstein" der deutschen Filmgeschichte. "Sein Publikum wird ihn sehr vermissen."
Der Schauspieler Matthias Schweighöfer, der 2016 neben Til Schweiger, Jan Josef Liefers und Michael Herbig in Petersens letztem Film, der deutschen Gaunerkomödie "Vier gegen die Bank", mitgespielt hatte, schrieb auf Instagram: "Danke für deine Menschlichkeit. Danke für deinen Pathos. Wir werden dich vermissen."
Herbig schrieb auf Instagram zu einem Foto von sich selbst mit Petersen lediglich das Wort: "Unvergesslich." Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow würdigte Petersen als einen "visionären Erzähler und ganz Großen des deutschen Films".
Glenn Close, die 1997 an der Seite von Harrison Ford in Petersens "Air Force One" mitgespielt hatte, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, ihre Dreharbeiten mit Petersen für den Film seien für sie eine "besondere Erinnerung". "Obwohl das Drehbuch aufregend und unglaublich intensiv war, erinnere ich mich an viel Lachen", erklärte die Schauspielerin.
Petersen, der auch als Drehbuchautor und Produzent arbeitete, starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wie seine Künstleragentur mitteilte, starb er bereits am Freitag in seinem Haus in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles. Seine Frau Maria Antoinette, mit der er 50 Jahre verheiratet war, sei bei ihm gewesen.
Der 1941 in Emden geborene Petersen hatte 1981 "Das Boot" über eine U-Boot-Besatzung während des Zweiten Weltkriegs gedreht und sich damit international einen Namen gemacht. Petersen wurde für zwei Oscars nominiert, für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch. 1984 folgte die Fantasy-Verfilmung "Die unendliche Geschichte".
Petersen wechselte nach Hollywood und machte dort vor allem mit Action-Filmen von sich reden. Er drehte "In The Line of Fire - Die zweite Chance" (1993) mit Clint Eastwood und John Malkovich, "Outbreak - Lautlose Killer" (1995) mit Dustin Hoffman und "Air Force One" (1997).
Weitere Filme waren "Der Sturm" (2000) mit George Clooney und "Troja" (2004) mit Brad Pitt sowie "Poseidon" (2006) mit Richard Dreyfuss und Kurt Russell.
N.Fournier--BTB