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Neues Schiff: Ärzte ohne Grenzen nimmt Rettungseinsätze im Mittelmeer wieder auf
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nimmt ihre Rettungseinsätze im zentralen Mittelmeer wieder auf. Fast ein Jahr nachdem die Organisation die Einsätze ihres Schiffs "Geo Barents" einstellen musste, will sie mit dem kleineren und schnelleren Schiff "Oyvon" Menschen auf der Flucht helfen, wie Ärzte ohne Grenzen am Mittwoch mitteilte. Die zentrale Mittelmeerroute von Nordafrika nach Italien gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt.
"Als medizinische und humanitäre Organisation ist unser Engagement, auf See präsent zu sein und Menschen auf der Flucht zu helfen, ungebrochen", erklärte der Einsatzleiter für Seenotrettung von Ärzte ohne Grenzen, Juan Matias Gil. "Wir sind zurückgekehrt, um unsere Pflicht zur Rettung von Menschen zu erfüllen, die sich in Seenot befinden und gezwungen sind, seeuntüchtige Boote zu nehmen." "Oyvon", ein ehemaliges Ambulanzschiff aus Norwegen, wurde den Angaben zufolge für Rettungseinsätze umgerüstet und ausgestattet.
Ärzte ohne Grenzen hatte sich im Dezember 2024 gezwungen gesehen, die Rettungseinsätze des Schiffs "Geo Barents" einzustellen. "Restriktive" Vorschriften Italiens hatten den Betrieb nach Angaben der Organisation unmöglich gemacht und zur mehrmaligen Festsetzung des Schiffes geführt.
Das Schiff mit Platz für bis zu 700 Menschen war zudem regelmäßig zu weit entfernten Häfen im Norden Italiens statt zum nächstgelegenen Hafen im Süden geleitet worden. Dadurch musste die "Geo Barents" zwischen Dezember 2022 und Dezember 2024 nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 64.966 zusätzliche Kilometer zurücklegen und 163 zusätzliche Tage auf See verbringen.
Die Entscheidung von Ärzte ohne Grenzen, nun ein kleineres und schnelleres Schiff einzusetzen, sei "eine strategische Reaktion auf die restriktiven Gesetze und Praktiken der italienischen Regierung, die speziell auf humanitäre Rettungsschiffe abzielen", erklärte Gil.
Ärzte ohne Grenzen kündigte an, im zentralen Mittelmeer künftig auch die Erfahrungen von Menschen zu dokumentieren, die aus Libyen fliehen, gewaltsame Abfangmanöver der libyschen Küstenwache und erzwungene Rückführungen nach Libyen erleben. "Wir sehen Menschen, die in Libyen erbärmliche und unmenschliche Bedingungen, Haft, Missbrauch und Erpressung erlitten haben", erklärte Gil.
T.Suter--VB