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Pilgerfahrt Hadsch: Hunderttausende Gläubige bei symbolischer Steinigung des Teufels
Mit der symbolischen Steinigung des Teufels haben hunderttausende muslimische Pilger am Freitag im saudiarabischen Mina das letzte große Ritual des diesjährigen Hadsch begangen. Schon im Morgengrauen versammelten sie sich vor drei großen Steinsäulen, die im Mina-Tal außerhalb der heiligen Stadt Mekka stehen, und bewarfen jede Säule mit sieben Steinen. Der Hadsch findet auch in diesem Jahr wieder bei drückender Hitze statt, für Freitag waren Temperaturen von 42 Grad vorhergesagt.
Um sich vor Sonne und Hitze zu schützen, hatten etliche der mehr als 1,6 Millionen Gläubigen ihr Nachtlager in einer riesigen Zeltstadt in Musdalifah schon lange vor Sonnenaufgang verlassen. Der 34-jährige Wael Ahmed Abdel Kader aus Ägypten berichtete, für ihn sei das Steinigungsritual "einfach und unkompliziert" verlaufen. "Schon nach fünf Minuten waren wir mit der Teufelssteinigung fertig", sagte der Pilger.
Nach der Vollendung des Rituals sagte eine Gläubige aus Ägypten: "Ich kann nicht sprechen, die Hitze bringt mich um." Ein 50-jähriger sudanesischer Pilger sagte, er sei 20 Kilometer unter der sengenden Sonne gelaufen, um an den Ort zu gelangen. "Ich bin glücklich, aber ich habe keine Kraft mehr."
Die symbolische Steinigung des Teufels findet am ersten Tag des islamischen Opferfestes Eid al-Adha statt, das weltweit von Millionen Muslimen gefeiert wird. 2015 war es dabei zu einem Massengedränge mit 2300 Toten gekommen.
Am Mittwoch hatten die Pilger in Saudi-Arabien auf dem Berg Arafat gebetet. Viele stiegen schon im Morgengrauen auf den 70 Meter hohen Hügel, auf dem der Prophet Mohammed seine letzte Predigt gehalten haben soll. Um die Mittagszeit hatten die meisten Gläubigen den Berg schon wieder verlassen. Die Behörden hatten angesichts hoher Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius dazu aufgerufen, sich zwischen 10.00 und 16.00 Uhr in geschlossenen Räumen aufzuhalten.
Die saudiarabischen Behörden wollen verhindern, dass es in diesem Jahr zu einer ähnlichen Katastrophe kommt wie 2024, als bei Temperaturen von über 51 Grad während des Hadsch mehr als 1300 Pilger ums Leben kamen. Tausende Sanitäter sind im Einsatz, hunderte Wasservernebler wurden aufgestellt, zahlreiche schattenspendende Bereiche sind eingerichtet. Künstliche Intelligenz soll bei der Überwachung und Steuerung der Menschenmassen helfen.
Das fünftägige Großereignis hatte am Mittwoch in Mekka begonnen und gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Im Anschluss an das Steinigungsritual begaben sich die Gläubigen am Freitag zurück zur Großen Moschee in Mekka, der heiligsten Stätte des Islam, um dort ein letztes Mal die Kaaba zu umrunden - einen schwarz verhüllten Kubus, in dessen Richtung sich Millionen Muslime weltweit jeden Tag bei ihren Gebeten wenden.
N.Schaad--VB