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Stadtameisen bei Futter weniger wählerisch - Hinweis für Stresspegel
Stadtameisen sind beim Futter weniger wählerisch als ihre Artgenossen auf dem Land. Dass sich Ameisen in Großstädten mit verdünnter Nahrung begnügen, könnte Forschern zufolge ein möglicher Hinweis für Stress in städtischen Ökosystemen sein, wie die Freie Universität Berlin am Donnerstag berichtete.
Die Schwarze Wegameise, eine der häufigsten Ameisenarten Europas, akzeptiert in der Stadt demnach deutlich häufiger zuckerarme Nahrung als Artgenossinnen vom Land, die die verdünnte Zuckerlösung in Experimenten eines internationalen Forschungsteams in der Regel ablehnten. Die Experten deuten dies als Indiz dafür, dass der Druck des Stadtlebens die Ernährungsgewohnheiten der Tiere spürbar verändert.
Mitautor Tomer Czaczkes zufolge sind Stadtameisen anderes als Landameisen möglicherweise "an minderwertige, 'verdünnte' Ressourcen aus gestresster Stadtvegetation gewöhnt". "Wenn ihnen ein Tropfen verdünnter Zucker angeboten wird, nehmen sie ihn gerne an", so der Forscher.
Die Experten sehen darin eine potenziell neue Methode, um den Zustand städtischer Ökosysteme zu beobachten. Ameisen reagierten sensibel auf Umweltveränderungen. Ihre "Pingeligkeit" bei der Nahrungsauswahl könnte als Indikator für den Stresspegel innerhalb der gesamten biologischen Gemeinschaft dienen.
P.Keller--VB