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Schäferhunde: Genetische Vielfalt durch Krieg und populäre Deckrüden geschrumpft
Der Zweite Weltkrieg und der übermäßige Einsatz weniger Deckrüden haben die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes geschrumpft. Das fand ein internationales Forscherteam bei Genom-Vergleichen von Exemplaren der beliebten Hunderasse aus verschiedenen Zeitspannen heraus, wie die Ludwig-Maximilians-Universität München am Freitag mitteilte. Diese "Flaschenhalseffekte" hätten die Zucht und die Gesundheit der Rasse erheblich beeinträchtigt.
Wie viele heutige Hunderassen sind auch Deutsche Schäferhunde anfällig für genetische Erkrankungen. Bei reinrassigen Tieren hängt das zum Teil mit dem Verlust genetischer Vielfalt und der Ansammlung schädlicher Mutationen zusammen – ein Ergebnis intensiver Zuchtpraktiken. Bisher war demnach jedoch unklar, ob diese Entwicklung bereits bei der Entstehung der Rasse Ende des 19. Jahrhunderts begann oder erst im 20. Jahrhundert.
Um dies herauszufinden, sequenzierten die Wissenschaftler die Genome von neun Deutschen Schäferhunden, die zwischen 1906 und 1993 lebten. Diese Daten verglichen sie mit Genomen von mittelalterlichen europäischen Hunden, die noch vor der Entstehung moderner Rassen existierten, sowie mit Vertretern heutiger Schäferhundlinien.
Es zeigte sich, dass Deutsche Schäferhunde bereits in der Anfangszeit der Rasse im frühen 20. Jahrhundert deutlich weniger genetische Vielfalt aufwiesen als Hunde aus dem Mittelalter.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es dann zu weiteren genetischen Engpässen - zuerst, weil die Bestände in Deutschland und anderen Ländern durch die Kriegsfolgen stark schrumpften, später durch den starken Einsatz einiger weniger, besonders gefragter Deckrüden. Dies begünstigte das Auftreten rezessiver Erbkrankheiten, die nur sichtbar werden, wenn das defekte Gen auf beiden Chromosomen - also von jedem Elternteil - liegt.
T.Ziegler--VB