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US-First Lady feiert Premiere der von Amazon finanzierten Doku "Melania"
Premiere für einen Dokumentarfilm über die First Lady der USA: Melania Trump und zahlreiche Gäste feiern am Donnerstag in Washington den Start des Films "Melania", der die 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung ihres Mannes Donald Trump im Januar 2025 aus ihrer Perspektive schildert. Finanziert wurde der Film vom US-Konzern Amazon, der Dutzende Millionen Dollar für Produktion und Werbung investierte.
Für die Premiere wurde der rote Teppich vor dem Kulturzentrum der US-Hauptstadt ausgerollt, das kürzlich von Kennedy-Center in Trump-Kennedy-Center umbenannt worden war. Medienberichten zufolge lief der Ticketverkauf vor dem weltweiten Kinostart am Freitag schleppend an. Zugleich löste die hohe Summe, die Amazon in den Film steckte, eine Debatte darüber aus, ob sich der Konzern von Jeff Bezos damit die Gunst des Präsidenten erkaufen wollte.
"Mein neuer Film 'Melania' verschafft einen Einblick in eine wichtige Zeit der USA", sagte Melania Trump, als sie am Mittwoch die Eröffnungsglocke der New Yorker Börse läutete. "Zum ersten Mal in der Geschichte werden die Menschen die 20 Tage bis zur Amtseinführung mit den Augen einer künftigen First Lady erleben", fügte sie hinzu.
Seit der Rückkehr ihres Mannes ins Weiße Haus im Januar vergangenen Jahres hielt sich Melania Trump mit öffentlichen Auftritten zurück und verbrachte ihre Zeit bevorzugt mit dem gemeinsamen Sohn Barron in New York und in Florida. Der Film werde dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen, sagte sie. "Sie werden sehen wie ich arbeite, wer ich bin, wie ich mit den Menschen kommuniziere, und sie werden ein bisschen mehr über mich erfahren", sagte sie in der Sendung "Fox and Friends".
Die 55-jährige Melania und ihr 79-jähriger Mann konnten den Film bereits am Samstag im Weißen Haus in einer privaten Vorführung sehen. In einem im Dezember veröffentlichten Ausschnitt aus der Dokumentation schaut das frühere Fotomodell Melania kurz vor der zweiten Vereidigung ihres Mannes vor dem US-Kapitol in die Kamera und sagt: "Jetzt geht's wieder von vorne los."
Der Film "Melania" macht auch deutlich, auf welche Weise einflussreiche US-Unternehmer dem US-Präsidenten im vergangenen Jahr ihre Ehre erwiesen. So hatte der Amazon-Tycoon Bezos nicht nur - wie andere Chefs der Tech-Branche - einen Platz in der ersten Reihe bei Trumps Vereidigung. Kurz nach dessen Amtsantritt legte der Zeitungsbesitzer Bezos neue - unternehmensfreundliche - Regeln für die Meinungsseiten der "Washington Post" fest.
Beim Film "Melania" gehen laut US-Medienberichten von dem Lizenzvertrag im Umfang von 40 Millionen Dollar 70 Prozent an die First Lady, die als leitende Produzentin tätig war. Das zweithöchste Gebot war von Disney gekommen und lag den Berichten zufolge bei nur 14 Millionen Dollar.
Zusätzlich soll Amazon die Summe von 35 Millionen Dollar für die Marketingkampagne gezahlt haben, die TV-Werbespots, Plakatwände und 25 zeitgleiche Vorführungen während der Premierenfeier in Washington umfasst. Später soll der Film nur noch exklusiv auf Amazon Prime zu sehen sein. "Wie kann man das nicht mit Schmeichelei oder unverblümter Bestechung gleichsetzen?", zitierte die "New York Times" den ehemaligen Amazon-Filmmanager Ted Hope.
L.Meier--VB