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IG Metall stellt Strafanzeige gegen Tesla-Geschäftführer in Grünheide
Wenige Wochen vor der Betriebsratswahl im Werk des US-E-Autobauers Tesla im Brandenburgischen Grünheide eskaliert der Konflikt zwischen Geschäftsführung und der Gewerkschaft IG Metall weiter. Die Gewerkschaft teilte am Dienstag mit, Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen den Geschäftsführer des Werks, André Thierig, gestellt zu haben. Thierig verbreite "falsche Vorwürfe" gegen einen Tesla-Betriebsrat der Gewerkschaft.
Tesla wirft dem Beschäftigten vor, eine Betriebsratssitzung aufgezeichnet zu haben, und hat deshalb ein Strafverfahren angestrengt. "Unser Interesse ist, dass das von Tesla initiierte Strafverfahren gegen einen IG Metall-Beschäftigten schnell abgeschlossen wird", erklärte der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Jan Otto. Der betroffene Betriebsrat bestreitet demnach die Vorwürfe.
Die Gewerkschaft sieht in dem Vorgehen gegen den Kollegen einen weiteren Beleg für das "aggressive" Auftreten des Unternehmens gegenüber Arbeitnehmervertretern. Dagegen "setzen wir uns mit allen Mitteln zur Wehr, auch mit juristischen", erklärte Otto. Bei Gericht hat die IG Metall demnach auch eine Einstweilige Verfügung beantragt, um Thierig "die weitere Verbreitung falscher Behauptungen zu untersagen". Zudem bereite sie eine Klage wegen der Behinderung von Gewerkschaftsarbeit vor.
Bei Tesla tobt der Kampf um die Mehrheit im Betriebsrat. Derzeit sind rund 40 Prozent des Betriebsrats IG-Metall-Vertreter, nach der Wahl im Anfang März hofft die Gewerkschaft auf eine Mehrheit und will einen Tarifvertrag bei dem Unternehmen durchsetzen. Tesla-Chef Elon Musk ist ein erklärter Gewerkschaftsgegner.
D.Schlegel--VB