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Aus gegen Sinner: Struff verpasst Sensation
Jan-Lennard Struff hat eine Sensation in Wimbledon gegen den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner verpasst. Der Warsteiner verlor in seinem ersten Viertelfinale bei einem Grand Slam trotz eines couragierten Auftritts 5:7, 6:7 (4:7), 3:6 gegen den Weltranglistenersten, der nur noch zwei Siege für einen weiteren Triumph im All England Club benötigt.
Für Struff war das Highlight im Londoner Südwesten dennoch ein riesiger Erfolg. Vor dem Rasenklassiker hatte er seit Oktober bei keinem Turnier im Hauptfeld zwei Matches gewonnen. Nun feierte Struff im 47. Anlauf seine Viertelfinal-Premiere bei einem der vier großen Turniere. Mit seinen 36 Jahren ist er zudem der älteste Spieler, der seit der Einführung des Profitennis 1968 zum ersten Mal in der Runde der letzten acht in Wimbledon und überhaupt bei einem Grand Slam stand.
Bei seinen vier Siegen hatte Struff mit seiner kämpferischen Einstellung die Herzen des Publikums erobert. Immer wieder arbeitete er sich aus schier aussichtslosen Situationen, kletterte dadurch im Live-Ranking von Platz 74 auf Rang 40 der Weltrangliste. Auch gegen einen wieder nicht überragenden Sinner zeigte Struff eine gute Leistung, doch der Italiener behielt in den entscheidenden Momenten die Oberhand.
Der Südtiroler zog zum dritten Mal in die Vorschlussrunde von Wimbledon ein. Dort könnte nun am Freitag eine Neuauflage des letztjährigen Halbfinals gegen Major-Rekordgewinner Novak Djokovic warten. Der Serbe trifft auf den kanadischen Weltranglistendritten Félix Auger-Aliassime.
Struff ließ zunächst mit seinem kräftigen Aufschlag nichts anbrennen. Sinner selbst hatte Probleme, musste bei eigenem Service mehr kämpfen und blickte immer wieder fragend in Richtung seiner Box. Beim Stand von 5:5 schnappte der Favorit aber plötzlich eiskalt zu, holte sich das Break und wenig später den ersten Satz.
Sinner sicherte sich dann schnell das nächste Break. Doch in einem Match auf Augenhöhe konterte Struff sofort mit einem Rebreak - und vergab später einen Satzball zum Ausgleich. In seinem zehnten Tiebreak des Turniers patzte er entscheidend. Mit der komfortablen Führung im Rücken ging Sinner den letzten Schritt.
U.Maertens--VB