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Wadephul spricht sich für mehr deutsche Investitionen in Afrika aus
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich bei seinem Besuch in Kenia für mehr deutsche Investitionen in afrikanischen Staaten ausgesprochen - und den Vorsprung Chinas in dieser Hinsicht beklagt. "Wir müssen flexibler werden, wir müssen schneller werden", sagte Wadephul am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kenianischen Außenminister Musalia Mudavadi in Nairobi.
Die bislang von deutscher Seite entwickelten Instrumente zur Absicherung privater Investments funktionierten "noch nicht richtig", sagte Wadephul und fügte an: "Deswegen sehen wir immer wieder, dass bedauerlicherweise, das sage ich aus meiner Sicht, ein chinesisches Engagement vor uns da ist, schneller da ist und effektiver hilft."
"Afrika ist für Deutschland ein Chancen-Kontinent", sagte Wadephul weiter. Die Bundesrepublik habe sich "bisher sehr stark auf den Norden und den Süden konzentriert und fahrlässigerweise alles, was dazwischen ist, übersehen". Es sei vor diesem Hintergrund "kein Zufall", dass seine Afrika-Reise in Kenia beginnt, sagte der Minister.
Das Land sei politisch wie wirtschaftlich "ein echtes Schwergewicht", der wichtigste Handelspartner für Deutschland in Ostafrika und in einer "unruhigen Zeit" ein "Anker der Stabilität". Berlin und Nairobi wollten ihre gegenseitigen Beziehungen vor diesem Hintergrund weiter vertiefen.
Wadephul verwies zudem auf die Zusammenarbeit zwischen Kenia und Deutschland bei der legalen Einwanderung von Fachkräften. Es bestehe zwischen beiden Ländern ein "sehr strukturiertes Verfahren", von dem beide Länder profitieren würden. Als Beispiel nannte der Außenminister die Anwerbung von Busfahrern aus Kenia in seinem Heimatbundesland Schleswig-Holstein. Sorgen hinsichtlich eines "Brain Drain", einer wirtschaftlich schädlichen einseitigen Abwanderung von Fachkräften aus Kenia, wiesen Wadephul wie sein kenianischer Kollege Mudavadi zurück.
Mudavadi wie Wadephul bekannten angesichts der zahlreichen internationalen Krisenherde zum Multilateralismus. Dieser sei "der richtige Weg", sagte Mudavadi. Zu dem von US-Präsident Donald Trump initiierten "Friedensrat", der in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen internationale Konflikte beilegen soll, sagte Mudavadi, es sei "besser, die UNO zu reformieren als parallele Prozesse zu schaffen".
Nach seinem Besuch in Kenia fliegt Wadephul am Donnerstag weiter nach Äthiopien. In Addis Abeba trifft er unter anderen seinen äthiopischen Kollegen Gedion Timothewos und den Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Mahmud Ali Jussuf. Wadephul wird auf seiner Ostafrika-Reise von einer deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet.
G.Schmid--VB