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Trumps Zollpolitik: Deutsche Exporte in die USA eingebrochen
Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump belastet die deutsche Exportwirtschaft spürbar: Im vergangenen Jahr brachen die Ausfuhren um mehr als neun Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dieser Rückgang sei "schmerzhaft für beide Seiten", kommentierte der Außenhandelsverband BGA. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet auch künftig eine schwache Entwicklung - der US-Markt sei "zum Risikogeschäft mutiert".
Laut Statistischem Bundesamt gingen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten von Januar bis November um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück - auf rund 135,8 Milliarden Euro. Herbe Einbußen musste demnach vor allem die Autoindustrie hinnehmen: Der Exportwert von Autos und Autoteilen sackte um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro ab.
Auch der Export von Maschinen ging deutlich um neun Prozent auf rund 24 Milliarden Euro zurück. Die Pharmaindustrie dagegen konnte die Ausfuhrmengen halten - sie legten um 0,7 Prozent auf gut 26 Milliarden Euro zu.
Zugleich stiegen die Importe aus den USA nach Deutschland um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro, blieben damit aber noch immer deutlich unterhalb der Exportmenge. Dennoch verringerte sich der von Trump stark kritisierte Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit den USA so um 24,6 Prozent auf nun noch 48,9 Milliarden Euro.
Insgesamt hätten sich "infolge der Zollpolitik der US-Regierung" die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA im vergangenen Jahr aber "deutlich abgeschwächt", erklärte das Statistikamt. Verglichen mit dem gesamten Warenhandel habe sich der Handel mit den USA "sowohl exportseitig als auch importseitig unterdurchschnittlich" entwickelt. Ihre 2024 gewonnene Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands verloren die USA demnach wieder an China.
Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, wies darauf hin, dass Trumps Zollpolitik dem Handel schade, aber "zu weiten Teilen von den amerikanischen Verbrauchern getragen" werde. "Trump sägt damit an dem Ast, auf dem er sitzt", erklärte er. Erst am Montag hatte das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) unter Berufung auf eine Datenanalyse mitgeteilt, dass von der Zolllast 96 Prozent bei den Importeuren und Verbrauchern in den USA hängen blieben und die Zölle "wie eine Konsumsteuer auf importierte Waren" wirkten.
Auch weitere Strafzölle, die derzeit angesichts von Trumps Grönland-Forderung im Raum stehen, würden "beide Seiten treffen", erklärte BGA-Präsident Jandura weiter. "Die Folge ist, dass sich unsere Händler von den USA abwenden und nach alternativen Absatzmärkten suchen", gab er zu bedenken. "Die USA bleiben ein für uns sehr wichtiger Markt, aber nichts ist für die Ewigkeit." Das "De-Risking" habe begonnen.
Auch der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, hob hervor, dass mit einem weiteren Rückgang der Exporte in die USA zu rechnen sei. "Der US-Markt dürfte auf absehbare Zeit für deutsche Exporteure kein Wachstumsmarkt mehr sein, sondern ist zum Risikogeschäft mutiert", erklärte er. Der Handel mit den USA werde "zunehmend volatil und riskant" - bis auf weiteres seien die Vereinigten Staaten "kein verlässlicher Handelspartner und Absatzmarkt mehr".
Erforderlich sei es nun, dass Europa "vom Zuschauer zum Akteur" werde, forderte BGA-Präsident Jandura. Auch DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier mahnte, dass die EU ihre Handelsagenda "entschlossen vorantreiben" müsse. Das jüngst unterzeichnete Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sei "ein wichtiger Schritt in diese Richtung - es stärkt die weltweite Vernetzung der deutschen Wirtschaft und setzt ein klares Signal für offene Märkte und verlässliche Partnerschaften".
D.Bachmann--VB