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Vor Auto-Gipfel in Brüssel hält der Streit ums Verbrenner-Aus für Neuwagen an
Vor dem Autogipfel in Brüssel geht die Diskussion um das Verbrennerverbot für Neuwagen ab 2035 weiter. Audi-Chef Gernot Döllner nannte die Debatte in der "Wirtschaftswoche" kontraproduktiv, das Elektroauto sei die Zukunft der Branche. Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner plädierte gegenüber dem Portal The Pioneer für mehr Flexibilität: "Jobs zu sichern bedeutet auch einen pragmatischeren Umgang mit Hybridtechnologien und erneuerbaren Kraftstoffen."
In Brüssel trifft sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag mit Vertretern der europäischen Automobilindustrie zum "strategischen Dialog". Bei den Gesprächen soll es nach Angaben des europäischen Herstellerverbands Acea unter anderem um das Erreichen der Klimaziele der EU gehen. Brüssel verfolgt das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden und hat unter anderem ein Aus für Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor für 2035 beschlossen.
Angesichts der schwierigen Lage, in der sich die europäische Automobilindustrie derzeit befindet, wurden zuletzt in Wirtschaft und Politik Stimmen laut, von diesem Ziel abzurücken.
Audi-Chef Döllner sagte der "Wirtschaftswoche" dazu: "Ich kenne keine bessere Technik als das Elektroauto, um in den nächsten Jahren bei der CO2-Reduzierung im Verkehr voranzukommen. Aber auch abgesehen vom Klimaschutz ist das Elektroauto einfach die bessere Technologie." Statt diese Vorzüge zu betonen, würden immer neue Debatten um den Erhalt des Verbrenners losgetreten – "das ist kontraproduktiv und verunsichert die Kunden".
Mercedes-Chef Ola Källenius, der auch Präsident des europäischen Autoindustrieverbands ACEA ist, hatte am Wochenende mehr Flexibilität bei der Frage der Antriebstechnik gefordert. "Hybride und effiziente Hightech-Verbrenner sollten Teil des Wegs bleiben, sonst riskieren wir Akzeptanz und Arbeitsplätze", sagte er der "Welt am Sonntag".
Dies vertritt auch die IG Metall; sie hatte am Donnerstag gemeinsam mit dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) erklärt, dass die Bedingungen für eine Umstellung auf 100 Prozent rein batterieelektrische Fahrzeuge auf dem europäischen Markt für neue Fahrzeuge in mittlerweile nur noch neun Jahren "nicht gegeben sein werden". Nötig sei daher, bei den EU-Regeln zum geplanten Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren "Anpassungen" vorzunehmen.
Auch in der Bundesregierung hält der Streit an. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jakob Blankenburg, sagte dem Portal The Pioneer: "Wir halten am Verbrenner-Aus 2035 fest." Der CDU-Europaabgeordneter Jens Gieseke sagte dem Portal: "Unsere Interpretation von Technologieoffenheit ist so, dass wir das Verbrennerverbot revidieren."
C.Kreuzer--VB