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Wirtschaftsministerin Reiche bekräftigt Forderung nach längerer Lebensarbeitszeit
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat ihre umstrittene Forderung nach einem späteren Renteneintritt bekräftigt. Ein von ihrem Ministerium beauftragter Expertenrat weise "zu recht darauf hin, dass wir angesichts einer höheren Lebenserwartung länger arbeiten müssen", erklärte Reiche am Dienstag. "Daneben brauchen wir weniger Anreize, früher in Rente zu gehen." Der Expertenkreis hatte zuvor ein späteres Renteneintrittsalter als einen von mehreren nötigen Schritten hin zu einem dauerhaft finanzierbaren Rentensystem gefordert.
Reiche nannte den Reformbedarf bei der Rente "umfassend und dringlich". Dabei dürften Reformen "nicht ausschließlich zulasten der jungen Generation und unserer Wettbewerbsfähigkeit" gehen. "Wenn heute rechnerisch 2,5 Personen im erwerbsfähigen Alter auf eine Person im Rentenalter kommen, werden es schon 2035 nur noch zwei sein", warnte Reiche. "1960 kamen über fünf Personen im erwerbsfähigen Alter auf eine Person im Rentenalter, im Jahr 1995 waren es noch vier Personen."
Vor diesem Hintergrund müsse "mittel- und langfristig" auch "die Frage des Renteneintrittsalters" beantwortet werden. "Andere europäische Länder wie Dänemark haben auf die demographische Entwicklung reagiert", erklärte Reiche. Die Ministerin hatte sich zuletzt mehrfach ähnlich geäußert und damit für Diskussionen gesorgt. Die SPD lehnt eine solche Anhebung des Renteneintrittsalters ab.
Die Ökonomen Veronika Grimm, Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland legten dem Ministerium am Dienstag ein "Impulspapier" mit Forderungen für die Rentenversicherung vor. Darin wird unter anderen eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung angeregt. Die Rente ab 63 Jahren sollte zudem abgeschafft werden, Abschläge bei früherem Renteneintritt sollten höher sein. Die Autoren wenden sich außerdem gegen die von der Koalition geplante Ausweitung der Mütterrente.
U.Maertens--VB