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Russische Zentralbank will an geldpolitischem Kurs gegen Inflation festhalten
Die russische Zentralbank will an ihrem geldpolitischen Kurs gegen die Inflation festhalten. "Unsere Politik zielt darauf ab, den Preisanstieg zu bremsen", sagte Zentralratschefin Elvira Nabjullina am Dienstag im Parlament in Moskau. "Ohne dies ist ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum unmöglich."
Sie sei dazu "gezwungen", harte Maßnahmen zu ergreifen, "damit die Krankheit nicht chronisch wird", sagte Nabjullina weiter. Im Zweifel müsse wirtschaftliche Stabilität über stärkeres Wirtschaftswachstum gestellt werden.
Die Zentralbank hat den Leitzins auf mittlerweile 21 Prozent angehoben. Das ist der höchste Satz seit 2003. Hohe Zinsen sollen die Wirtschaft abkühlen und so die Inflation eindämmen. Nabjullina beklagte, dass das Kreditvolumen der Unternehmen trotz der Zinsanhebungen nach wie vor hoch sei.
Die Teuerungsrate in Russland liegt seit Monaten bei acht bis neun Prozent. Ziel der Zentralbank ist eine Inflationsrate von 4,0 Prozent. Der anhaltend starke Preisanstieg ist eine direkte Konsequenz des Arbeitskräftemangels - hunderttausende Männer sind im Krieg oder haben sich ins Ausland abgesetzt. Die Unternehmen müssen deshalb attraktive Gehälter anbieten, um Personal zu finden, was die Inflation anheizt.
Die Zentralratschefin sagte am Dienstag, fast drei Viertel der russischen Unternehmen würden derzeit unter Personalnot leiden. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem historischen Tiefstand von 2,4 Prozent angekommen.
Zinserhöhungen sind angesichts des hohen Niveaus der Staatsausgaben für das Militär nach Ansicht von Analysten möglicherweise jedoch kein wirksames Mittel zur Senkung der Inflation. Denn die Idee einer restriktiven Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung ist, dass sich die Wirtschaft abkühlt und die Nachfrage sinkt. Der Staat reagiert aber deutlich weniger stark auf höhere Kreditkosten als die Privatwirtschaft. Auch Nabjullina hatte in der Vergangenheit eingeräumt, dass ihre Möglichkeiten, die Inflation zu senken, angesichts der hohen Staatsausgaben begrenzt sind.
W.Huber--VB