-
Kanada nimmt 2027 an Eurovision Song Contest teil
-
Anstieg der Spritpreise schon vor Ende des Tankrabatts
-
Hohe Erwartungen an Koalitionsausschuss - Merz rechnet mit "großem Sprung"
-
Attentäter von Magdeburger Weihnachtsmarkt geht gegen Urteil vor
-
Grüne bekommen Generalsekretärsamt - Partei stimmt für Satzungsänderungen
-
Nach Unterbrechung: Altmaier scheitert in Runde eins
-
RKI: Cannabiskonsum bei jungen Männern steigt weiter an
-
Schweden: Gericht verurteilt Google zur Zahlung von 1,3 Milliarden Euro an Klarna
-
Handball-Nationalspieler Uscins wechselt zu PSG
-
Spritpreise mit Auslaufen des Tankrabatts massiv gestiegen - ADAC kritisiert scharf
-
Merz: Europäer wollen beim Nato-Gipfel in Ankara "selbstbewusst" auftreten
-
Merz erwartet von Koalitionsausschuss "großen Sprung nach vorn"
-
Frankreichs nächster Präsident wird am 2. Mai gewählt
-
Bayerische Juristin Angerer wird neue Präsidentin von Bundesgerichtshof
-
Urteil: Nachbarin muss sechs Meter hohe Bambushecke nicht zurückschneiden
-
Kabinett beschließt Gesetze zu Stärkung von Bundeswehr - Pflicht-Reserveübungen
-
Seltenes Kinderglück: Vierlinge in Sachsen geboren
-
Festnahme in Hassen: Verdächtiger soll 25 Morde in Ruanda angeordnet haben
-
Gericht: Für Touristenfahrer gilt auch auf Rennstrecken Tempo 130 als Richtwert
-
Diplomat: USA und Iran führen am Mittwoch indirekte Gespräche in Katar
-
Erneut mehr Kegelrobben in Wattenmeer gezählt
-
Sänger Bill Kaulitz leidet unter Schlafproblemen
-
Durchsuchungen auch beim DFB: EM 2024 im Visier der Justiz
-
Mehr und hochpreisige Ware angelandet: Deutsche Fischer steigern Erlöse
-
Rekordwert im ersten Halbjahr: Erneuerbare deckten 58 Prozent des Stromverbrauchs
-
Razzien in Deutschland in Zusammenhang mit Fußballeuropameisterschaft 2024
-
Nordrhein-Westfalen: Drei Tote bei Brand in Wohnkomplex in Monschau
-
Feuer in Lagerhalle für Holzsärge in Bayern - vier verletzte Einsatzkräfte
-
Nagelsmann zurück in Deutschland - Sky: Klopp bereit
-
AfD-Klage zu Kontrollkommission in Thüringen scheitert aus formalen Gründen
-
Knapp ein Drittel von 25-Jährigen wohnt noch bei Eltern
-
Förderprogramm "Demokratie leben" neu aufgelegt - Überarbeitung umstritten
-
Brandenburg: Sechsjähriger Junge stürzt von Balkon in elftem Stock und stirbt
-
Geburtenrate in Deutschland sinkt mit 1,32 Kindern auf tiefsten Stand seit 1997
-
Nordrhein-Westfalen: Drei Tote bei Brand in Gebäude in Monschau
-
CDU-Politiker Bilger lehnt Verzicht auf Mütterrenten-Ausweitung ab
-
Wirtschaftsverbände haben großen Erwartungen an Koalitionsausschuss
-
NGO: Mehr als 100.000 Tote seit Putsch in Myanmar
-
Auto prallt gegen Motorrad: Zwei Tote bei Verkehrsunfall in Baden-Württemberg
-
"Das sitzt": DFB-Stars richten sich an Fans
-
Fraunhofer-Analyse: Mehr Batteriespeicher machen Milliardenentlastung möglich
-
Nagelsmann verlässt USA Richtung München - Sky: Klopp bereit
-
UNO ändert Regeln: Keine Rückerstattungen mehr an säumige Zahler
-
Statement-Sieg: Mexiko stürmt ins Achtelfinale
-
Zverev will sich in Wimbledon "die beste Chance geben"
-
CDU-Politiker Kuban fordert Söder zu Verzicht auf Mütterrenten-Ausweitung auf
-
EU führt neuen Zoll auf Päckchen ein
-
Irland übernimmt rotierende EU-Ratspräsidentschaft von Zypern
-
Umsetzung von US-Zolldeal in der EU tritt in Kraft
-
Kabinett tagt im Verteidigungsministerium - Nato-Generalsekretär Rutte zu Gast
Zahl von Gewalt betroffener Frauen steigt - Paus: Hilfegesetz schnell beschließen
Sie werden im Internet bedroht, zur Prostitution gezwungen, zu Hause verprügelt und ermordet: Frauen werden immer häufiger Opfer von Gewalttaten und anderen Delikten. Das zeigt ein erstmals erstelltes Bundeslagebild des Bundeskriminalamts (BKA), das am Dienstag vorgestellt wurde. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nannte die Situation "unerträglich", Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne) bezeichnete die Zahlen als "beschämend" und forderte eine schnelle Verabschiedung des von ihr vorgelegten Gewalthilfegesetzes.
Das BKA hatte zum ersten Mal ein bundesweites Lagebild zu "geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten" erstellt. "In jeder Fallgruppe ist im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der weiblichen Opfer gestiegen", heißt es darin.
Untersucht wurden Delikte, "die überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden oder in ihrer Ausprägung primär Frauen betreffen". Dazu gehören Sexualstraftaten, häusliche Gewalt, Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, digitale Gewalt und Femizide; außerdem Fälle von politisch motivierter Kriminalität, bei denen frauenfeindliche Vorurteile zentrales Tatmotiv waren. Die Tatverdächtigen waren jeweils überwiegend Männer.
Überall nahmen demnach die Opferzahlen von 2022 auf 2023 zu. BKA-Vizepräsident Michael Kretschmer wies zudem auf enorme Steigerungen im Fünfjahresvergleich hin: Seit 2019 sei die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen um 17 Prozent gestiegen auf gut 180.000; bei Sexualstraftaten habe es eine Zunahme um 27 Prozent auf 52.300 Betroffene gegeben.
2023 wurden zudem 360 Frauen getötet, weil sie Frauen waren - also etwa aus Frauenhass, wegen einer Trennung oder im Kontext eines patriarchalischen Gesellschaftsbilds des Täters. Solche Taten werden als Femizide bezeichnet. In weiteren 578 Fällen kam es zu einem versuchten Tötungsdelikt.
"Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen getötet", sagte Faeser auf der Pressekonferenz in Berlin. Mit Blick auf die gesamte Statistik fügte sie hinzu: "Es entsetzt mich, wenn ich diese Zahlen ansehe." Um die Situation noch besser zu erfassen, wurde laut Faeser eine Dunkelfeldstudie in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse sollen im März vorliegen.
Paus sagte, die Zahlen zeigten, wie sehr "Gewalt zum Alltag der Frauen gehört". Betroffene gebe es in allen gesellschaftlichen Schichten. Es bedürfe hier "weiterhin koordinierter Anstrengungen" von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft.
In diesem Zusammenhang forderte Paus eine Verabschiedung des Gewalthilfegesetzes noch vor der vorgezogenen Bundestagswahl. Der Entwurf werde nächste Woche im Kabinett beschlossen und solle dann "zügig" im Bundestag beraten werden, sagte sie. Ein Beschluss sei Anfang des neuen Jahres möglich.
Paus betonte, dass sie lange und "intensiv" mit den Bundesländern verhandelt habe - "auch die Länder warten auf das Gesetz". Es soll einen individuellen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für Gewaltopfer verankern. Außerdem soll es für einen "bedarfsgerechten Ausbau des Hilfesystems" sorgen, wie Paus erläuterte. Dafür sind die Länder zuständig - der Bund will sich an der Finanzierung beteiligen.
Bei der erhofften Verabschiedung im Bundestag setzt Paus auf Unterstützung der Union - diese habe immer wieder auf ein solches Gesetz gedrungen. Die CDU-Familienpolitikerin Silvia Breher winkte jedoch ab: Zur Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat bleibe nicht genug Zeit, sagte sie dem "Spiegel".
Kooperativ zeigte sich hingegen die Gruppe Die Linke: "Der Bund muss mit einer Regelfinanzierung einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen und eine verlässliche Finanzierung des Hilfesystems garantieren", erklärte die frauenpolitische Sprecherin Gökay Akbulut. "Eine entsprechende Initiative aus der Minderheitsregierung würden wir klar unterstützen."
Rückendeckung bekam Paus von verschiedenen Organisationen: Die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Terre des Femmes forderten eine zügige Verabschiedung des Gesetzes.
Auch die Vorständin des Deutschen Frauenrats, Sylvia Haller, erklärte, der Bundestag müsse "umgehend" eine Lösung finden - "ohne wahlkämpferisches Taktieren". Das Lagebild müsse "ein Weckruf an alle demokratischen Parteien sein, um jetzt massiv in Gewaltschutz für alle und in Gewaltprävention zu investieren und dies gesetzlich abzusichern", erklärte Haller.
F.Stadler--VB