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IT-Sicherheitsbehörde warnt vor "besorgniserregender" Bedrohungslage
Das IT-Sicherheitsamt BSI hat vor einer weiterhin "besorgniserregenden" Bedrohungslage durch Cyberangriffe in Deutschland gewarnt. "Die digitale Angriffsfläche nimmt stetig zu, Schwachstellen bieten allzu oft gravierende Eingriffsmöglichkeiten und Angreifer finden immer schneller und geschickter Wege, diese auszunutzen", schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Lagebericht. Besonders gefährdet seien die Bereiche Verteidigung sowie öffentliche Sicherheit und Ordnung.
"Die IT-Bedrohungslage ist weiterhin angespannt und das ist und bleibt besorgniserregend", warnte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. Schutzmaßnahmen seien jedoch wirksam und "wir sind in der Lage, den Angriffen effektiv entgegenzutreten", fügte sie hinzu.
"Es ist unabdingbar, dass wir uns - dass Kommunen und Unternehmen sich selbst - besser schützen", forderte die BSI-Chefin. Die Angreifer würden "besser und schneller. Wir aber auch – und das ist die gute Nachricht", hob sie weiter hervor. Als Erfolg wertete Plattner, dass die zahlreichen Wahlen in Deutschland im Jahr 2024 "ohne nennenswerte Cybersicherheitsvorfälle abgelaufen" seien.
Von einer "weiterhin angespannten Cybersicherheitslage" sprach auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei der Präsentation des Berichts. Auch sie sagte aber, es werde zugleich mehr in Cybersicherheit investiert und die Resilienz gegen Angriffe nehme zu.
Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte Faeser: "Wir müssen uns gegen Bedrohungen durch Hackerangriffe, Manipulationen und Desinformation besonders wappnen", die von Russland, aber auch von anderen Akteuren ausgingen. Generell sei der russische Angriffskrieges gegen die Ukraine "auch für die IT-Sicherheit in Deutschland eine Zeitenwende".
Laut dem BSI-Bericht wurden im Berichtszeitraum von Mitte 2023 bis Mitte 2024 täglich durchschnittlich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten bekannt. Das entspricht demnach einem Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser sei insbesondere auf eine Zunahme von Schadprogramm-Varianten zurückzuführen, die Schwachstellen in 64-Bit-Varianten von Windows ausnutzten. Aber auch Android-Schadprogramm-Varianten hätten deutlich zugelegt.
"Das Gebot der Stunde ist, Deutschlands Resilienz gegenüber Cyberbedrohungen und -vorfällen drastisch zu erhöhen", mahnt das BSI. Dies lasse sich jedoch nicht schnell umsetzen. "Das BSI und alle weiteren Akteure benötigen hierfür Langstrecken-Qualitäten", heißt es. "Alle Beteiligten sind gefordert, ihren Beitrag zur Stärkung der Resilienz gegen Cyberkriminalität und IT-Sicherheitsvorfälle zu leisten."
Das BSI stellte unterschiedliche Bedrohungen fest. Seit dem Ukraine-Krieg und dem Angriff der Hamas auf Israel seien etwa "Desinformation, Hacktivismus, Spionage und Sabotage" in Deutschland weiter verbreitet, heißt es in dem Lagebericht. Zudem würden "massenhaft" kleine und mittlere Unternehmen mit Erpressungssoftware angegriffen. Ebenso gebe es Gefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher etwa durch Datendiebstahl.
M.Vogt--VB