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OECD-Studie: Niedrige Steuern gibt es auch in Hochsteuerländern
Viele Multinationale Großkonzerne umgehen Steuern, indem sie sich in sogenannten Steueroasen ansiedeln - so weit, so bekannt. Eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom Dienstag zeigt allerdings, dass Unternehmen häufig auch in Ländern mit eigentlich deutlich höheren Steuersätzen nur wenig Steuern zahlen. Demnach wird fast die Hälfte der niedrig besteuerten Gewinne in Ländern erzielt, die nicht als Steueroasen gelten.
"Viele Staaten, die typischerweise als Hochsteuerländer gelten, bieten Anreize, die zu erheblich niedrigeren Steuersätzen führen können", erklärte die OECD. So gebe es zum Beispiel Steuergutschriften für Forschungsarbeiten oder Vergünstigungen, um Unternehmen und ihre Investitionen anzulocken.
Weltweit werden der OECD zufolge so jedes Jahr Gewinne in Höhe von etwa 2,1 Billionen US-Dollar mit Sätzen von unter 15 Prozent besteuert. 53 Prozent dieser Gewinne werden in Ländern gemacht, die in der Theorie Abgaben von teils deutlich über 15 Prozent vorsehen. Diese Länder gewähren also erhebliche Rabatte auf einen Teil der erzielten Gewinne.
Der Großteil der 5,9 Billionen US-Dollar Gewinn von internationalen Großkonzernen werde mit Sätzen zwischen 15 Prozent und 30 Prozent besteuert, 13 Prozent mit weniger als fünf Prozent und 23 Prozent mit zwischen fünf und 15 Prozent.
Die OECD setzt sich seit Jahren für eine Steuerreform ein, die vorsieht, dass Weltkonzerne überall mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. Das soll unterbinden, dass sie sich dort niederlassen, wo sie am wenigsten zahlen. Bisher wurde in der Debatte zwischen Ländern mit niedriger und solchen mit hoher Besteuerung unterschieden. Die Studie zeige indes, dass auch Hochsteuerländer durch die Einführung einer Mindeststeuer direkt profitieren würden, erklärte die Organisation.
Die Studie der OECD konzentriert sich auf internationale Konzerne mit einem Umsatz von mindestens 750 Millionen Euro und stützt sich dabei auf die Jahre 2017 bis 2020.
R.Fischer--VB