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Tierschützer prangern Zustände in mehr als 30 Pelzzuchtfarmen in Europa an
Tierschützer haben die Zustände in mehr als 30 Pelzfarmen in Europa angeprangert und ein sofortiges Verbot der Pelztierzucht gefordert. "Es ist ganz offensichtlich, dass das Leiden der Tiere Teil der Struktur der Pelztierzuchtbranche ist", sagte die Sprecherin der Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI), Wendy Higgins, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Eine entsprechende Petition mit mehr als 1,5 Millionen Unterschriften von EU-Bürgern wurde demnach an die EU-Kommission übergeben.
Von der HSI veröffentlichte Aufnahmen aus 31 europäischen Pelzfarmen zeigen in Käfigen eingesperrte kranke und verletzte Nerze, Füchse und Marderhunde sowie zahlreiche Tierkadaver mit offenen Wunden. Die heimlich gefilmten Videos stammen nach Angaben der Organisation aus 20 Pelzfarmen in Litauen, fünf in Finnland, je zwei in Polen und Spanien und je einer in Dänemark und Lettland.
Die Pelzzucht ist in 20 europäischen Ländern verboten, darunter 15 EU-Mitgliedstaaten. Die meisten Pelzzuchtfarmen gibt es in Finnland - in rund 400 Farmen werden dort etwa 1,3 Millionen Zuchttiere gehalten, hauptsächlich Nerze und Füchse.
Die Pelzindustrie wies die Kritik der Aktivisten zurück. Ein vollständiges Verbot würde zum Verlust von tausenden Arbeitsplätzen führen, sagte der Leiter des Internationalen Pelzverbandes, Mark Oaten, der AFP. Die Branche habe "nichts zu verbergen" und begrüße "eine wissenschaftliche Überprüfung der Pelztierzucht auf EU-Ebene".
K.Sutter--VB