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EY: Umsatz und Gewinn der Dax-Konzerne im dritten Quartal erstmals seit 2020 gesunken
Gesamtumsatz und Gewinn der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland sind im dritten Quartal erstmals seit 2020 geschrumpft. Wie die Beratungsfirma EY in Stuttgart am Donnerstag mitteilte, ging der Umsatz der Dax-Unternehmen im Zeitraum Juli bis September verglichen mit dem Vorjahr um rund fünf Prozent zurück, die Gewinne sanken um elf Prozent. Besonders stark schwächelten die Geschäfte in Asien und Nordamerika.
"Die Zeiten von Rekordgewinnen und Traummargen sind vorbei", konstatierte EY. Der Umsatz der Firmen im deutschen Aktienindex lag zusammengenommen bei knapp 436 Milliarden Euro, rund 22 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn sackte von 44 Milliarden Euro 2022 auf jetzt gut 39 Milliarden ab.
Bei insgesamt 22 der 38 Dax-Konzerne ging der Umsatz im abgelaufenen Quartal zurück, 15 konnten ihren Umsatz indes steigern, in einem Fall gab es keine Veränderung. Das dickste Plus verbuchte der Rüstungskonzern Rheinmetall mit rund 24 Prozent.
Das gewinnstärkste Unternehmen war im dritten Quartal die Deutsche Telekom mit einem operativen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro – vor den Autoherstellern Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW mit mehr als vier Milliarden Euro operativem Gewinn.
Zuletzt hatten die DAX-Konzerne laut EY im zweiten Quartal 2020, zu Zeiten weltweiter Corona-bedingter Lockdowns, Einbußen sowohl bei Umsatz als auch Gewinn registriert. "Deutschlands Top-Konzerne bekommen zunehmend den weltweiten konjunkturellen Gegenwind zu spüren", fasste Henrik Ahler, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, die Ergebnisse zusammen. Es gebe derzeit einen "gefährlichen Mix" aus lahmender Konjunktur, hohen Energie- und Materialpreisen, Lieferschwierigkeiten, politischen Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen.
Besonders deutlich waren die Umsatzrückgänge im dritten Quartal in Asien (minus zehn Prozent) und Nordamerika (minus sechs Prozent). Schon längst sei China keine Wachstumslokomotive mehr, führte EY aus. Besser lief es für die deutschen Großkonzerne auf dem Heimatkontinent: Die in Europa erwirtschafteten Umsätze stiegen um sechs Prozent, was nach EY-Angaben vor allem auf den steigenden Neuwagenabsatz der Autokonzerne zurückzuführen ist.
Der durchschnittliche Mitarbeiterzuwachs in den Unternehmen hält indes an: In Summe stieg die Zahl der Beschäftigten um 1,6 Prozent. 18 Unternehmen stellten neu ein, zwölf Konzerne strichen Stellen. Trotzdem zeichnet EY ein eher trübes Bild für die Zukunft: "Die Unternehmen müssen angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung auf Sicht fahren und werden sich bei Neueinstellungen verständlicherweise zurückhalten", erklärte die Beratungsfirma.
R.Braegger--VB