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Konjunktur: Lage im Euroraum trübt sich laut EU-Kommission ein
Nach Einschätzung der EU-Kommission hat sich die Wirtschaftslage im Euroraum eingetrübt. Nach der am Mittwoch in Brüssel vorgestellten Herbst-Wirtschaftsprognose rechnet die Kommission in diesem Jahr nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum in den 20 Euro-Ländern. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als vor zwei Monaten vorhergesagt. Deutschland dürfte demnach weiter im Minus bleiben, aber nur noch mit 0,3 Prozent. Das wäre eine Verbesserung um 0,1 Punkte.
Den Brüsseler Angaben zufolge fordern die immer noch hohe Inflation und die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) "einen höheren Tribut als zuvor erwartet". Die geopolitischen Spannungen vergrößerten die Unsicherheit, hieß es mit Verweis auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.
Im kommenden Jahr rechnet die Kommission nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent in der Eurozone, in den 27 EU-Ländern soll das BIP um 1,3 Prozent zulegen. In beiden Fällen sind dies 0,1 Punkte weniger als bisher prognostiziert.
EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni hatte im September betont, er sehe Deutschland ungeachtet der Rezession nicht als "kranken Mann Europas". Die deutsche Wirtschaft sei stark und werde sich wieder erholen, betonte er.
Allerdings korrigiert die Kommission ihre Prognose für das kommende Jahr nun deutlich nach unten: 2024 rechnet sie in der Bundesrepublik nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent, 0,3 Punkte weniger als noch im September.
Schlechte Nachrichten hat die EU-Kommission auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie rechnet im kommenden Jahr mit einer Inflationsrate von durchschnittlich 3,2 Prozent im Euroraum, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als zuletzt angenommen. Die EZB-Zielmarke von höchstens 2,0 Prozent Teuerung würde damit erneut deutlich verfehlt.
F.Fehr--VB