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Notfahrplan bei Streiks der GDL: DB plant mit etwa einem Fünftel der Fernzüge
Die Deutsche Bahn rüstet sich für mögliche Streiks der Lokführergewerkschaft GDL in den kommenden Wochen. Nach Angaben einer Bahn-Sprecherin vom Sonntag wurde bereits ein Notfahrplan erstellt. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Bild am Sonntag". Nach diesem Fahrplan würden im Fernverkehr "weniger als 20 Prozent des Regelangebots" eingesetzt. Möglichst lange Züge sollen dann aber möglichst viele Reisende ans Ziel bringen.
So soll zum Beispiel ein 376 Meter langer ICE mit 918 Sitzplätzen auf besonders stark nachgefragten Verbindungen fahren - etwa von Hamburg über Köln, Frankfurt und Stuttgart nach München, wie die Sprecherin mitteilte. Auch "einige" grenzüberschreitende Verbindungen könnten während eines Lokführerstreiks aufrechterhalten werden, weil ausländische Fahrer die Züge steuern.
Der Einsatz von Bussen sei hingegen "leider nicht möglich". Es gibt der Sprecherin zufolge weder ausreichend Fahrzeuge noch Fahrpersonal, um "spontan und flächendeckend" die Kapazitäten von Zügen zu ersetzen und einen verlässlichen Fahrplan anbieten zu können.
Die Tarifverhandlungen zwischen Bahn und GDL hatten am Donnerstag begonnen und sollen kommende Woche fortgesetzt werden. Auch darüber hinaus gibt es bereits Verhandlungstermine.
Die Bahn legte ein Angebot über elf Prozent mehr Lohn sowie eine Inflationsprämie von bis zu 2850 Euro bei einer Laufzeit von 32 Monaten vor. Die von der Gewerkschaftsseite geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich bezeichnete sie hingegen als nicht umsetzbar.
GDL-Chef Claus Weselsky hat mehrfach Streiks in Aussicht gestellt. Zugleich deutete er an, dass die Weihnachtstage davon ausgenommen sein könnten. Menschen sollten in "die Historie" schauen, wann die Gewerkschaft zuletzt an Weihnachten gestreikt habe. "Sie werden nicht fündig werden."
Die Bahn hatte Ende August einen Tarifabschluss mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft geschlossen, der Konkurrenzgewerkschaft der GDL. Er gilt für rund 180.000 Beschäftigte bei der Deutschen Bahn. Die Lokführergewerkschaft verhandelt nun für rund 10.000 Bahn-Beschäftigte. Die GDL hat nach eigenen Angaben knapp 40.000 Mitglieder und organisiert drei Viertel der Lokomotivführer in Deutschland.
U.Maertens--VB