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Nach Lohnerhöhungen bei Tesla: IG Metall fordert Tarifvertrag
Die Gewerkschaft IG Metall hat die Lohnerhöhungen des US-Elektroautobauers Tesla für seine Beschäftigten im brandenburgischen Grünheide begrüßt, aber zugleich weitere Forderungen gestellt. Die vergangene Woche angekündigten Schritte seien "absolut berechtigt und auch notwendig", erklärte der IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Dirk Schulze, am Montag. "Allerdings bleibt die Bezahlung bei Tesla auch nach dieser Lohnerhöhung weiterhin deutlich hinter dem branchenüblichen Niveau in der Autoindustrie in Deutschland zurück."
Tesla hatte am Freitag angekündigt, ab sofort vier Prozent mehr Lohn zu zahlen. Wie der RBB berichtete, besuchte Unternehmenschef Elon Musk dafür persönlich das Werk in Grünheide. Nach Angaben der IG Metall profitiert die Tesla-Belegschaft außerdem von einer Inflationsausgleichsprämie im Dezember von 1500 Euro und einem Anstieg der Jahresgehälter in der Produktion ab Februar um 2500 Euro.
Einen Tarifvertrag gibt es nicht, die IG Metall ist offiziell nicht in Grünheide involviert. Die angekündigten Lohnerhöhungen teilte die Gewerkschaft unter Verweis auf Angaben von Tesla-Mitarbeitern mit. Das Unternehmen bestritt laut RBB, dass es einen Zusammenhang zwischen "gewerkschaftlichen Aktivitäten" und der Gehaltserhöhung gebe.
"Einseitige Ankündigungen von Lohnerhöhungen durch eine Firmenleitung ersetzen keinen Tarifvertrag", betonte IG-Metall-Bezirksleiter Schulze. Dieser sei angesichts der hohen Arbeitsbelastung und allgemein schlechten Arbeitsbedingungen bei Tesla in Grünheide aber unbedingt nötig. "Mit der Arbeitsbelastung steigt auch das Verletzungsrisiko. Davor schützt auch keine Lohnerhöhung."
Tesla gilt als wichtigster Hersteller von Elektroautos weltweit. In Deutschland öffnete das Unternehmen 2022 sein erstes Werk. Im September hatte es Medienberichte über Unregelmäßigkeiten in der Fabrik gegeben, darunter eine Häufung schwerer Arbeitsunfälle. Die IG Metall machte dem Unternehmen schwere Vorwürfe und organisierte im Oktober eine Protestaktion.
Auch in Schweden setzen sich Gewerkschaften dafür ein, dass die Tesla-Beschäftigten im Land einen Tarifvertrag erhalten.
T.Suter--VB