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Verdi ruft zu Protestaktionen gegen Filialschließungen bei der Postbank auf
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat zu Protestaktionen gegen die angekündigte Schließung von dutzenden Filialen der Postbank aufgerufen. In Hamburg, Stuttgart und München sind die mehr als 2000 Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG demnach bei Betriebsversammlungen in dieser Woche aufgefordert, an Protestaktionen während geplanter Unterbrechungen dieser Versammlungen teilzunehmen. Die Deutsche Bank will bis Mitte 2026 bis zu 250 der 550 Filialen der Tochter Postbank schließen.
Verdi erklärte nach dieser Ankündigung, damit dürften mehrere hundert bis tausende Stellen wegfallen. Die Deutsche Bank bestätigte, an Stellenkürzungen führe kein Weg vorbei, nannte aber keine Zahlen.
"Die angekündigten Filialschließungen sind ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die monatelang den Ärger der Kundinnen und Kunden abgekriegt und aufgefangen haben und mit mangelhaften Prozessen aufgrund der IT-Umstellung allein gelassen wurden", erklärte am Montag der Verdi-Bundesfachgruppenleiter für das Bankgewerbe, Jan Duscheck. Verdi registriere "erhebliche Unruhe in der Belegschaft und völliges Unverständnis für die von der Deutschen Bank beabsichtigen Filialschließungen". Die Gewerkschaft fordere beschäftigungssichernde Maßnahmen sowie eine vorzeitige Verlängerung des tariflichen Kündigungsschutzes.
Die Deutsche Bank kämpft aktuell mit den Folgen des Umzugs sämtlicher Kundendaten von der Postbank auf ihre IT-Systeme. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband beschwerten sich zwischen Januar und September rund 1700 Kundinnen und Kunden. Sie konnten zeitweise nicht mehr auf ihre Konten zugreifen, ihre Konten waren gesperrt oder Lastschriften wurden nicht mehr eingelöst. Der Kundenservice war zugleich kaum erreichbar. Die Deutsche Bank ist seit 2010 Besitzerin der Postbank mit heute rund zwölf Millionen Kunden.
R.Kloeti--VB