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Flughafen Hamburg: Polizei verhandelt weiter mit Bewaffnetem mit kleiner Tochter
Wegen eines bewaffneten Manns auf dem Rollfeld bleibt der Betrieb am Hamburger Flughafen bis auf weiteres eingestellt. Die Polizei verhandelt seit Samstagabend mit dem 35-Jährigen, der seine vierjährige Tochter im Auto hat. Es sei davon auszugehen, dass der Mann eine scharfe Schusswaffe und eventuell auch Sprengsätze bei sich habe, teilte sie am Sonntagvormittag mit.
"Oberste Priorität ist das Leben der Geisel", sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten gehen von einem Sorgerechtsstreit aus. Die Mutter der Vierjährigen habe zuvor eine Kindesentziehung gemeldet. Die Frau befindet sich inzwischen in der Nähe des Flughafens. "Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen geht es dem Kind körperlich gut", erklärte die Polizei auf X (früher Twitter).
Die Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamts und Psychologen seien im Einsatz. Die Gruppe stehe weiter in Kontakt mit dem Tatverdächtigen, hieß es. Die Verhandlungen gingen weiter.
Am Samstagabend gegen 20.00 Uhr hatte der türkischstämmige Mann mit seinem Auto ein Tor zum Flughafen der Hansestadt durchbrochen. Ein Polizeisprecher erklärte, der Mann habe auf dem Rollfeld zwei Mal in die Luft geschossen und zwei brennende Flaschen aus dem Auto geworfen. Der Wagen wurde neben einer Maschine der Turkish Airlines abgestellt.
Die Terminals und Flugzeuge wurden evakuiert. Der Airport Hamburg erklärte am Sonntagvormittag auf seiner Website, dass der Flugbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt bleibe. Es werde den ganzen Tag über zu weiteren Streichungen und Verzögerungen kommen.
Geplant waren demnach für Sonntag 139 Abflüge und 147 Ankünfte mit rund 34.500 Passagieren. Bislang seien bereits 70 Abflüge und 56 Ankünfte gestrichen, fünf Ankünfte seien zu anderen Flughäfen umgeleitet worden. Am Samstag waren sechs Abflüge und vier Ankünfte gestrichen worden, 17 ankommende Flugzeuge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet.
Fluggäste sollten auf Bitten der Polizei vorerst nicht zum Flughafen anreisen, hieß es. Das Gelände sei weiträumig abgesperrt. Zudem sollten Passagiere sich laufend über den Status ihres Fluges informieren.
J.Sauter--VB