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Konkurrenz für Musks Starlink: Amazon startet Testsatelliten für Internetprojekt
Der US-Internetriese Amazon hat seine ersten beiden Satelliten bei einer Testmission für sein Projekt Kuiper für satellitengestützte Internetverbindungen gestartet. Die Atlas-V-Rakete mit den Satelliten hob am Freitagnachmittag (Ortszeit) vom US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im Bundesstaat Florida ab, wie der Industriekonzern United Launch Alliance mitteilte. Kuiper soll Internetverbindungen in bisher schlecht abgedeckten Regionen ermöglichen. Amazon will mit dem Projekt in Konkurrenz zum Satelliten-Internetdienst Starlink des Raumfahrtunternehmens SpaceX von US-Milliardär Elon Musk treten.
Bei dem Test am Freitag wurde versucht, den Kontakt zwischen den Sonden und der Erde herzustellen, ihre Solarmodule auszufahren und zu bestätigen, dass alle Instrumente richtig und bei den gewünschten Temperaturen funktionieren. Die beiden Prototypen sollen nach den Tests aus der Erdumlaufbahn entfernt werden und beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.
"Es ist das erste Mal, dass Amazon Satelliten in den Weltraum bringt", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Technologieabteilung bei Kuiper, Rajeev Badyal. "Wir werden enorm viel lernen, unabhängig davon, wie die Mission verläuft."
Die ersten tatsächlich funktionsfähigen Kuiper-Satelliten sollen Anfang 2024 gestartet werden, wie es von Amazon hieß. Das Unternehmen hofft auf erste Tests mit Kunden Ende kommenden Jahres.
Der vom heutigen US-Milliardär Jeff Bezos gegründete Onlineriese Amazon plant, in den kommenden sechs Jahren 3200 Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Zehn Milliarden Dollar (umgerechnet rund 9,45 Milliarden Euro) sollen in das Projekt investiert werden.
Ziel ist es, den Zugang zum Internet auch in entlegenen und unterversorgten Gebieten auf der Welt zu ermöglichen, darunter in Kriegs- und Katastrophengebieten. Bislang dominiert Musks Unternehmen SpaceX das Geschäft. Es hatte die ersten seiner mehr als 3700 betriebsfähigen Starlink-Satelliten 2019 in den Weltraum befördert. Auch andere Unternehmen und Regierungen sehen den Bereich mit Interesse. Neben China will unter anderem auch das deutsche Start-up-Unternehmen Rivada hunderte Satelliten ins All schicken.
J.Sauter--VB