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"Fundamentale Abkehr": Kritik nach IOC-Entscheid zu Russland
Die internationale Sportlervertretung Global Athlete und die Anti-Doping-Lobbygruppe FairSport haben nach der Wiederzulassung Russlands durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) schwerste Vorwürfe gegen die Ringe-Organisation erhoben. "Diese Entscheidung stellt eine fundamentale Abkehr von den Prinzipien des Olympismus dar", heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.
"Indem Russland trotz seiner staatlich geförderten Dopingpraktiken und seines anhaltenden Krieges gegen die Ukraine wieder in den olympischen Kreis aufgenommen wird, hat das IOC beschlossen, seine eigenen Standards hinsichtlich Rechenschaftspflicht gegenüber den Anspruchsgruppen umzuschreiben, abzuschwächen und herabzusetzen", so die Organisationen.
Am Dienstag gab das IOC nach einer Sitzung der Exekutive bekannt, dass die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) vorläufig aufgehoben und die Empfehlungen an die Fachverbände damit hinfällig sind.
Russische Mannschaften könnten damit ebenso wieder bei internationalen Wettbewerben an den Start gehen wie russische Sportler bei den Qualifikationen für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Dafür müssen sie die Anforderungen im Anti-Doping-Kampf erfüllen: Jeder russische Athlet muss sich mehreren Tests unterziehen, bevor er wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen darf. Unter der eigenen Flagge und Hymne dürfen russische Sportler und Teams zumindest bei Olympischen Spielen vorerst nicht starten. Die Entscheidung darüber werde zu einem späteren Zeitpunkt fallen.
Russlands Skandalakte im Sport ist lang, angefangen beim staatlich geförderten Dopingprogramm bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014. Bei den Heim-Spielen vor zwölf Jahren waren russische Sportler auch letztmals unter eigener Flagge bei einem Weltereignis am Start, seitdem waren sie wegen Dopingverfehlungen bzw. des 2022 gestarteten Angriffskrieges auf die Ukraine nicht mehr mit nationalen Kennzeichen zugelassen.
"Es gibt keine Belege dafür, dass sich Russland geändert hat", führten Global Athlete und FairSport an: "Wir fordern die IOC-Mitglieder auf zu erklären, wie diese Entscheidung mit dem Bekenntnis der Olympischen Charta zu Ethik, Integrität und Frieden vereinbar ist." Die IOC-Mitglieder hatten bei der Vollversammlung Ende Juni einer Anpassung der IOC-Charta zugestimmt, welche die politische Neutralität der Organisation stärkt.
M.Vogt--VB