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Handel mit Evergrande-Aktien wieder aufgenommen - Wert schießt hoch
Der Handel mit den Aktien des hoch verschuldeten chinesischen Evergrande-Konzerns an der Hongkonger Börse ist wieder aufgenommen worden. Nach Handelsbeginn am Dienstagmorgen schossen die Werte des Baukonzerns zeitweise um mehr als 60 Prozent nach oben. Sie fielen später wieder leicht, schlossen aber dennoch mit einem kräftigen Plus von 28 Prozent. Analysten warnten vor Spekulationen.
"Es sieht so aus, als ob die Gewinne von spekulativem Geld angetrieben sind", sagte der Analyst Willer Chen von der Beraterfirma Forsyth Barr Asia der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bei dieser "Volatilität" sei unklar, ob seriöse Investoren hier Geld verdienen könnten.
Evergrande steht im Mittelpunkt der Krise des chinesischen Bausektors. Chinas Behörden hatten 2020 mit Beschränkungen bei der Kreditbeschaffung auf die ausufernde Verschuldung der Branche reagiert. Besonders bei Evergrande führte dies zu Zahlungsausfällen und Projektabbrüchen. Der Konzern hat umgerechnet mehr als 300 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Mit 0,41 Hongkong-Dollar bei Handelsschluss war die Aktie weiterhin nur einen Bruchteil früherer Kurse wert - im Juli 2020 hatte sie noch bei mehr als 25 Hongkong-Dollar gelegen.
Wegen fehlender Bilanzzahlen war der Aktienhandel bis vergangenen Monat bereits mehr als 15 Monate lang ausgesetzt worden. Nach wenigen Wochen zurück an der Börse wurden Evergrande sowie die auf Immobiliendienstleistungen und die Produktion von E-Autos spezialisierten Tochterfirmen dann vergangene Woche erneut vom Handel ausgeschlossen. Tags zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, dass sich Konzernchef Xu Jiayin unter Hausarrest befinde. Später räumte Evergrande ein, dass gegen Xu ermittelt werde und er Ziel von "Zwangsmaßnahmen" sei.
Das Ausmaß des Börsenerfolgs von Evergrande werde wesentlich davon abhängen, ob die Regierung in Peking ein Unterstützungsprogramm für den Bausektor auf den Weg bringt, sagte der Analyst Stephen Innes von der Schweizer Vermögensverwaltung SPI Asset Management der Nachrichtenagentur AFP. Er könne sich aber nicht vorstellen, "dass China sich zurücklehnt und zusieht, wie der Immobilienmarkt zusammenbricht", sagte Innes.
A.Ammann--VB