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Konsum und Produktion steigen - Hoffnung auf Erholung von Chinas Wirtschaft
Sprunghaft gestiegene Einzelhandelsumsätze und eine unerwartet stark gestiegene Industrieproduktion haben Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung Chinas geweckt: Wie die chinesische Statistikbehörde NBS in Peking am Freitag mitteilte, stiegen die als wichtigster Indikator für den Konsum der privaten Haushalte geltende Einzelhandelsumsätze im August um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist ein deutlicher Anstieg nach dem Plus von 2,5 Prozent im Juli und mehr als von Ökonomen prognostiziert.
Auch die Industrieproduktion stieg im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 4,5 Prozent deutlich an. Dies war ebenfalls mehr als erwartet und auch gegenüber Juli ein deutlicher Anstieg. Damit scheinen die von der Regierung in Peking ergriffenen Konjunkturmaßnahmen zu greifen. Insbesondere die strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten die chinesische Wirtschaft stark ausgebremst. Als Gegenmaßnahme kündigte Peking unter anderem Steuererleichterungen für Haushalte und Unternehmen an, um den Konsum anzukurbeln.
An den Börsen weckten die Zahlen Hoffungen auf eine Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft. Die Finanzanalystin Frances Cheung von der OCBC Bank nannte sowohl die Verbesserung der Industrieproduktion als auch die gestiegenen Einzelhandelsumsätze "ermutigend". Die Daten deuteten auf eine gewisse Stabilisierung hin.
Allerdings warnte die chinesische Statistikbehörde angesichts nach wie vor bestehender Unsicherheiten. So scheine die Inlandsnachfrage weiter unzureichend zu sein.
Neben der positiven Entwicklung beim privaten Konsum und der Produktion zeigen andere Zahlen zudem auch die nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten. So fielen im August erneut die Immobilienpreise in China. Die Anlageinvestitionen in den ersten acht Monaten verlangsamten sich. Die Arbeitslosenquote sank im August zudem nur leicht auf 5,2 Prozent. Nach einem Rekordhoch der Jugendarbeitslosigkeit von 21,3 Prozent im Juni wurde diese nicht mehr gesondert aufgeschlüsselt.
Die Ratingagentur Moody's senkte ihren Ratingausblick für den chinesischen Immobiliensektor von "stabil" auf "negativ". Moody's begründete dies damit, dass sich das nachlassende Wachstum negativ auf Verkäufe auswirke. Es sei davon auszugehen, dass die Verkäufe in den nächsten sechs bis zwölf Monaten um etwa fünf Prozent zurückgehen und erwartet durch die Unterstützungsmaßnahmen der chinesischen Regierung nur kurzfristige Auswirkungen. Die chinesische Baubranche ist hochverschuldet und steckt tief in der Krise.
F.Stadler--VB