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Die Kult-Sandale Birkenstock geht an die New Yorker Börse
Vom Ökolatschen-Image zum Modekult: Der deutsche Sandalenhersteller Birkenstock geht an die New Yorker Börse. Das Familienunternehmen aus Linz am Rhein reichte die dafür nötigen Unterlagen ein, wie die US-Börsenaufsicht SEC am Dienstag bekanntgab. Das genaue Datum des Börsengangs, die Anzahl angebotener Aktien und weitere Einzelheiten blieben noch offen. Dem "Wall Street Journal" zufolge könnte das Unternehmen mit mehr als sieben Milliarden Dollar bewertet werden.
Die traditionsreiche Marke geht bis ins Jahr 1774 zurück, der ersten urkundlichen Erwähnung von Johann Adam Birkenstock. Zunächst stellte der Orthopädiebetrieb Einlagen her. Im Jahr 1963 begann er mit der Herstellung von Sandalen, die zunächst hauptsächlich im Gesundheitssektor getragen wurden. Später entdeckte die Hippie-Bewegung Birkenstocks für sich, bevor sie schließlich zum Lifestyle-Produkt avancierten.
Heute werden die Sandalen mit dem anatomisch gefertigten Fußbett mit Designerklamotten kombiniert, Birkenstock kooperierte bereits mit Modegrößen wie Dior, Givenchy und Manolo Blahnik. Die US-Schauspielerin Frances McDormand trug die Sandaletten 2019 auf der Bühne bei der Oscar-Verleihung, auch Stars wie Britney Spears und Katy Perry waren schon mit Birkenstocks an den Füßen zu sehen. Im vergangenen Jahr wurde ein paar ausgetretene Birkenstock-Sandalen des Apple-Mitgründers Steve Jobs in den USA für stolze 220.000 Dollar versteigert.
Die bis heute erfolgreichsten Birkenstocks sind das Modell Arizona. Erst kürzlich war die Sandale in dem Hollywood-Blockbuster "Barbie" zu sehen. Mittlerweile stellt die Firma nicht nur Sandalen in allen Ausführungen und Farben her, sondern auch Betten und Lattenroste.
Das Unternehmen mit Sitz in Linz am Rhein produziert 95 Prozent seiner Produkte in Deutschland. Eines der Hauptwerke befindet sich in Görlitz an der polnischen Grenze. Die mit Abstand größte Einzelinvestition im Umfang von knapp 110 Millionen Euro tätigte Birkenstock zuletzt in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern. In dem neuen Werk kann das Unternehmen künftig 6,4 Millionen Paar Schuhe pro Jahr herstellen.
Birkenstock beschäftigt in Deutschland rund 3000 Menschen und ist damit nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber der deutschen Schuhindustrie. Weltweit sind es rund 6200 Beschäftigte.
Laut dem bei der SEC eingereichten Dokument erzielte Birkenstock im bis Ende September 2022 laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,24 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 187 Millionen Euro. In den sechs Monaten von Oktober 2022 bis März 2023 machte Birkenstock bereits einen Umsatz von 644 Millionen Euro - 18 Prozent mehr als im Jahresvergleich. Binnen acht Jahren konnte das Unternehmen seinen Umsatz mehr als vervierfachen. Der jüngste Auftritt in "Barbie" könnte dem Unternehmen noch einmal neuen Schwung verleihen.
Seit 2021 gehört das Unternehmen mehrheitlich der US-französischen Beteiligungsgesellschaft L Catterton und der privaten Investmentgesellschaft der französischen Milliardärsfamilie Arnault. Gelistet werden sollen die Aktien nun unter dem Namen "BIRK". Zu den größten Risikofaktoren zählt das Unternehmen unter anderem die Gefahr durch Fälschungen und günstige Imitate.
G.Haefliger--VB