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USA und Vietnam betonen bei Biden-Besuch Stärke gemeinsamer Beziehungen
Knapp fünf Jahrzehnte nach dem Ende des Vietnamkriegs hat US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch in dem südostasiatischen Land die "wichtige" Partnerschaft zwischen Washington und Hanoi hervorgehoben. Dies könne der "Beginn einer noch größeren Ära der Zusammenarbeit sein", sagte Biden am Sonntag bei seinem Treffen mit dem Chef der in Vietnam regierenden kommunistischen Partei, Nguyen Phu Trong.
Beide Seiten besiegelten eine "umfassende strategische Partnerschaft". Im Sprachgebrauch der vietnamesischen Führung stellt dies das höchste Niveau der Zusammenarbeit mit einem anderen Staat dar. Bisher hat Vietnam nur zu Russland, Indien, Südkorea und China Beziehungen auf dieser Ebene. Washington versucht, in Südostasien ein stärkeres Gegengewicht zum wachsenden diplomatischen Einfluss Chinas zu schaffen und die Versorgung mit seltenen Rohstoffen aus befreundeten Staaten zu verbessern.
Gegenüber dem mit den USA um Einfluss in der Region rivalisierenden China ist Vietnam um eine neutrale Position bemüht, blickt aber mit großer Sorge auf das zunehmend aggressive Vorgehen Pekings im Südchinesischen Meer, in dem unter anderem China, Vietnam und die Philippinen Gebietsansprüche hegen.
Unter anderem waren bei Bidens Besuch Gespräche über die Belieferung mit für die Herstellung von Smartphones und Elektroauto-Batterien wichtigen seltenen Erden geplant. Nach Angaben des stellvertretenden nationalen Sicherheitsberaters der USA, Jon Finer, sollte es zudem um eine neue Form der Zusammenarbeit bei der Herstellung von Halbleitern gehen.
Zu den heiklen Thema zwischen Hanoi und Washington gehört die Menschenrechtslage in Vietnam und das enge Verhältnis des Landes zu Russland. Im Vorfeld von Bidens Besuch berichtete die "New York Times", Vietnam wickle unter Umgehung von US-Sanktionen Waffengeschäfte mit Russland ab.
Der Vize-Sicherheitsberater Finer sagte am Sonntag vor Reportern, Washington sei sich der jahrzehntelangen militärischen Zusammenarbeit zwischen Hanoi und Moskau bewusst. Vietnam blicke jedoch mit "zunehmendem Unbehagen" auf das Verhältnis zu Russland.
Wie sehr sich unterdessen seit Ende des Vietnam-Kriegs die Beziehungen zu den USA gebessert haben, ließ sich an einem Punkt von Bidens Besuchsprogramm erkennen: Der US-Präsident plante den Besuch einer Gedenkstätte für den 2018 verstorbenen republikanischen Senator John McCain. McCain war während seines Kampfeinsatzes im Vietnam-Krieg abgeschossen und als Gefangener gehalten worden. Später setzte er sich persönlich dafür ein, das Verhältnis zwischen beiden Staaten wieder aufzubauen.
G.Haefliger--VB