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Naturkatastrophen führten im ersten Halbjahr zu Schäden von 120 Milliarden Dollar
Die wirtschaftlichen Schäden aus Naturkatastrophen sind im ersten Halbjahr hoch geblieben: Sie beliefen sich schätzungsweise auf insgesamt 120 Milliarden Dollar (gut 109 Milliarden Euro), wie der Schweizer Rückversicherer Swiss Re am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert der Wirtschaftsschäden bei insgesamt bei 123 Milliarden Dollar, ging also minimal zurück. Die Schäden lagen aber 46 Prozent über dem zehnjährigen Durchschnitt.
Die schlimmste Katastrophe gemessen an den wirtschaftlichen Schäden war das Erdbeben im Februar in der Türkei und in Syrien. Es verursachte Schäden von etwa 34 Milliarden Dollar, von denen aber nur rund 5,3 Milliarden Dollar versichert waren.
Auch die schweren Regenfälle in Norditalien Mitte Mai richteten große Schäden an - geschätzt zehn Milliarden Dollar. Dabei handelte es sich laut Swiss Re um das "teuerste Wetterereignis in Italien seit 1970". Versichert waren davon aber nur 0,6 Milliarden Dollar.
Die Versicherer zahlten im ersten Halbjahr geschätzt rund 50 Milliarden Dollar für Schäden aus Naturkatastrophen weltweit. Das sei der zweithöchste Wert seit 2011, so Swiss Re. 68 Prozent dieser Schäden verursachte im ersten Halbjahr eine Serie schwerer Gewitter in den USA.
"Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in immer extremeren Wetterereignissen", erklärte der Rückversicherer. Sie seien bei bestimmten Naturgefahren wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen und Extremniederschlägen bereits zu erkennen.
Hinzu komme, dass die Verplanung von stärker gefährdeten Flächen an Küsten und Flüssen und die Zersiedelung der Natur zu einer "Werteakkumulation in risikoreicheren Lagen" führe, die kaum umkehrbar sei. Damit Versicherungsprodukte für solche stark gefährdeten Objekte wirtschaftlich blieben, müssten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, mahnte Swiss Re. "Es ist höchste Zeit, verstärkt in die Klimaanpassung zu investieren."
O.Bulka--BTB