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Thüringen-Studie: Knappe Mehrheit der Bürger unzufrieden mit Demokratie
Eine knappe Mehrheit der Menschen in Thüringen ist unzufrieden mit der Demokratie. Das zeigen die Ergebnisse der am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Langzeitbefragung "Thüringen-Monitor 2022". Die Zufriedenheit mit der Demokratie sank demnach gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozentpunkte auf 48 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit mehr als 20 Jahren.
Für den von der Staatskanzlei in Auftrag gegebenen "Thüringen-Monitor" untersucht die Universität Jena seit dem Jahr 2000 jährlich die Entwicklung der politischen Einstellungen zu Demokratie, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Befragt wurden zwischen dem 19. September und 6. Dezember 2022 insgesamt 1885 wahlberechtige Thüringer.
Vor dem Hintergrund von Energiekrise und Energiepreisschock, einer hohen Inflation und Klimakrise sank auch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen. So verlor das Vertrauen in die Bundesregierung das zweite Jahr in Folge und ging um 15 Prozentpunkte auf aktuell 22 Prozent zurück. Das ist der niedrigste Vertrauenswert seit 16 Jahren. Auch der Thüringer Landesregierung vertrauen nur noch 40 Prozent der Befragten im Vergleich zu 53 Prozent im Jahr 2020.
Insbesondere in den ländlichen Regionen ist die Unterstützung der Demokratie demnach auf einem sehr niedrigen Niveau, während demokratiegefährdende Einstellungen wie Rechtsextremismus, Populismus und Antisemitismus dort stärker vertreten sind.
Insgesamt haben zwölf Prozent der Thüringer rechtsextreme Einstellungen. Der Wert ist damit in etwa so hoch wie im Vorjahr mit elf Prozent und verharrt auf dem Tiefstand seit Beginn der Messungen im Jahr 2001. Allerdings ist der während der Coronapandemie erkennbare Rückgang gestoppt.
Zugleich teilt ein erheblicher Teil der Bevölkerung neurechte Positionen. So stimmen 61 Prozent der Aussage zu: "Es ist Zeit, Widerstand gegen die aktuelle Politik zu leisten." Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahr.
D.Schneider--BTB