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Portal: Strom- und Gastarife für Bestandskunden deutlich über Preisdeckeln
Trotz gesunkener Börsen- und Großhandelspreise für Strom und Gas haben laut Vergleichsportal Verivox bislang nur sehr wenige Energieversorger Kostensenkungen an Endverbraucher mit Bestandsverträgen weitergegeben. "Bei den Stromtarifen liegen 82 Prozent der Grundversorgungstarife über dem Preisdeckel, bei den Gastarifen sogar 92 Prozent", sagte Verivox-Chef Daniel Puschmann der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag. Rund 25 Prozent der Haushalte in Deutschland nutzen demnach Grundversorgungstarife.
Die jeweilige Beschaffungsstrategie der Versorger führe dazu, dass sie sich schwertäten, sinkende Preise am Markt jetzt weiterzugeben, erklärte Puschmann. "Viele Grundversorger kaufen sehr langfristig ein und haben dies auch getan, als die Preise sehr hoch waren. Diese Verträge mit hohen Preisen sind jetzt immer noch in den Büchern."
An den Börsen und im Großhandel habe sich die Lage aber "deutlich entspannt", sagte der Verivox-Chef der Zeitung weiter. Eine Megawattstunde Strom koste auf dem Spotmarkt aktuell rund 130 Euro. Das sei viel günstiger als im September 2022, als die Preise bei rund 500 Euro lagen. Gute Stromtarife für Neukunden seien aktuell im Schnitt schon für 32 Cent pro Kilowattstunde bei einer Reihe von Anbietern zu haben, sagte Puschmann weiter. Das seien 20 Prozent unter dem staatlichen Preisdeckel von 40 Cent.
Bei Gas sei der Preisrückgang ebenfalls drastisch, "aktuell liegen wir hier bei 39 Euro pro Megawattstunde, vergangenes Jahr waren es teilweise 350 Euro". Es seien bereits Tarife für 10,3 Cent zu bekommen, also rund 15 Prozent günstiger als die Energiepreisbremse für Gas, die bei zwölf Cent liegt. "Damit spart jeder Haushalt für sich Geld, aber auch der Staatshaushalt wird entlastet, weil er nicht für die Preisbremse aufkommen muss", sagte Puschmann weiter.
Der Verivox-Chef wandte sich gegen die Annahme, günstige Anbieter seien nicht seriös. "Dieser Eindruck führt in die Irre", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Zum einen hätten auch Stadtwerke oder Ökostromanbieter günstige Neukundentarife. Zum anderen seien alle Anbieter von der Aufsichtsbehörde geprüft und zugelassen. "Agiert ein Anbieter unseriös, ist es Aufgabe der Bundesnetzagentur, gegen schwarze Schafe vorzugehen. Ihre Befugnisse sind im vergangenen Jahr dafür extra gestärkt worden."
I.Meyer--BTB