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Angriffe auf Häuser von Politikern: Griechische Polizei nimmt drei Verdächtige fest
Nach Angriffen auf die Privathäuser von drei Politikern der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia in Griechenland hat die Anti-Terror-Polizei des Landes drei Menschen festgenommen. Die drei Verdächtigen seien in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki sowie auf der Insel Kreta in Gewahrsam genommen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. "Durchsuchungen finden weiterhin in mehreren Räumlichkeiten statt", erklärte die Polizei weiter. Bei den Angriffen vor rund zehn Tagen in Thessaloniki waren ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden.
Der konservativen griechischen Zeitung "I Kathimerini" zufolge sind unter den Festgenommenen eine 26-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann, die beider der Polizei bekannt sind. Demnach hatte die junge Frau, die auf Kreta festgenommen wurde, im Jahr 2022 eine Haftstrafe verbüßt, weil sie Mitglied der Organisation "Anarchistische Aktion" gewesen war. Der junge Mann ist demnach eine wichtige Figur in der anarchistischen Szene in Thessaloniki und war bereits zweimal festgenommen worden. Der Zeitung zufolge scheinen weitere Menschen in die Anschläge verwickelt zu sein.
Am 1. Juli waren die Wohnungen und Fahrzeuge von drei Politikern der Regierungspartei Nea Dimokratia in Thessaloniki mit selbstgebastelten Sprengsätzen angegriffen worden. Dabei wurde die Mutter der ehemaligen Parteikandidatin Afroditi Nestora getötet, offenbar während sie versuchte, das Feuer zu löschen. Nestora sowie ihr Vater und zwei weitere Menschen wurden außerdem verletzt.
Als weitere Anschlagsziele wurden der Vorsitzende des Parteivorstands, Sisis Ioakimovic, und der ehemalige Abgeordnete Savvas Anastasiades genannt. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis äußerte sich "empört" und sprach von einem "feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag".
Der Polizei zufolge wurden die Angriffe in den frühen Morgenstunden verübt. Die improvisierten Sprengsätze wurden demnach aus Butangasflaschen hergestellt. Selbstgebaute Sprengsätze werden in Griechenland häufig von linksextremen und anarchistischen Gruppierungen verwendet.
Kurz nach den Festnahmen der drei Verdächtigen gab die Polizei in der griechischen Hauptstadt Athen auch die Festnahme von zwei Menschen im Zusammenhang mit einem Brandanschlag im Jahr 2010 mit drei Toten bekannt. Ein dritter Verdächtiger werde noch gesucht.
Am 5. Mai 2010 war bei einem Protest gegen den Sparkurs der griechischen Regierung ein Brandsatz auf eine Bank im Zentrum Athens geworfen worden. Dabei wurden drei Bankangestellte getötet, darunter eine schwangere Frau. Drei Verantwortliche der Bank wurden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, doch die Täter wurden nie gefasst.
R.Flueckiger--VB