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Verdi ruft zu Warnsteiks an vier Flughäfen auf - 351 Abflüge betroffen
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Montag zu ganztägigen Warnstreiks an den Flughäfen Berlin, Hamburg, Hannover und Bremen auf. Der Streikaufruf richtet sich an die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die in der Fluggastkontrolle sowie in der Personal- und Warenkontrolle tätig sind, wie der Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg am Samstag mitteilte. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV werden 351 Abflüge gestrichen; insgesamt müsse mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren gerechnet werden.
Der Streik beginnt Verdi zufolge in den frühen Morgenstunden des Montags und endet in den späten Nachtstunden. Es sei mit längeren Wartezeiten bis hin zu Flugausfällen oder Flugstreichungen zu rechnen. Verdi stehe seit Jahren mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) in Verhandlungen, "um die Zeitzuschläge für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie eine bessere tarifliche Regelung zur Entlohnung von Überstunden für die Sicherheits- und Servicekräfte an Verkehrsflughäfen zu erhöhen".
Verdi fordere "für die Luftsicherheitsbeschäftigten eine angemessene Bezahlung für Arbeiten zu ungünstigen Uhrzeiten", hieß es weiter. Die Zuschläge seien seit 2006 nicht mehr verbessert worden, seit 2013 werde immer wieder über eine Erhöhung verhandelt. Die Verhandlungsrunden im vergangenen Jahr seien enttäuschend verlaufen. "Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt", kritisierte Verdi. "Sie schieben das Thema immer wieder auf die lange Bank."
Der Flughafenverband ADV kritisierte, dass die Streikankündigung "erneut kurzfristig" gekommen sei. Die betroffenen Passagiere hätten kaum eine Chance, sich Reisealternativen zu suchen. Von den nach aktuellem Stand 351 gestrichenen Abflügen seien 45.000 Passagiere betroffen. Der Verband rechnet allerdings mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren, "da auch Flüge von anderen Flughäfen an die bestreikten Flüge ausfallen werden".
ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel übte scharfe Kritik an Verdi. Die Gewerkschaft "missbraucht die Flughäfen im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes immer wieder als öffentlichkeitswirksame Bühne zur Durchsetzung ihrer Forderungen", erklärte Beisel. Er verwies darauf, dass die Flughäfen "nicht mal zwei Prozent der Beschäftigten aufweisen". Die Flughäfen führten keine eigenen Tarifverhandlungen, sondern seien Teil des Verbundes der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA).
E.Schubert--BTB