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Kiew bestreitet Beteiligung an Nord-Stream-Sprengungen
Die Ukraine hat als Reaktion auf Medienberichte über Ermittlungsergebnisse zu den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines eine Verantwortung für den mutmaßlichen Sabotageakt bestritten. "Wir stehen nicht hinter dieser Tat", sagte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Mittwoch vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Stockholm.
Der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podoljak schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Ukraine habe "nichts mit dem Vorfall in der Ostsee zu tun und hat keine Informationen über 'pro-ukrainische Sabotagegruppen'".
Laut deutschen Medienberichten sowie der "New York Times" ("NYT") führen bei den Ermittlungen zu den Explosionen im September Spuren in die Ukraine. Die "NYT" berichtete am Dienstag, dass nach Erkenntnissen der US-Regierung eine "pro-ukrainische Gruppe" hinter den Detonationen stecke.
Verantwortlich seien vermutlich ukrainische oder russische Staatsbürger, sagten demnach mehrere anonyme US-Regierungsvertreter unter Berufung auf neue Geheimdienstinformationen. Hinweise auf eine Verwicklung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gebe es nicht.
Laut gemeinsamen Recherchen der "Zeit", des ARD-Hauptstadtstudios, des ARD-Politikmagazins "Kontraste" und des SWR sollen deutsche Ermittlungsbehörden inzwischen weitgehend rekonstruiert haben, wie und wann der Sprengstoffanschlag auf die Pipelines Nord Stream 1 und 2 vorbereitet wurde.
Die "Zeit" berichtete auf ihrer Website, die deutschen Ermittler hätten das Boot identifiziert, das mutmaßlich für die Geheimoperation in der Nacht zum 26. September genutzt worden sei. Demnach soll es sich um eine Jacht handeln, die von einer Firma mit Sitz in Polen angemietet worden sei. Die Firma gehöre offenbar zwei Ukrainern. An der Sprengung seien den Ermittlungen zufolge fünf Männer und eine Frau beteiligt gewesen.
Die Explosionen hatten in den Wirtschaftszonen Schwedens und Dänemarks in der Ostsee mehrere Lecks in die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 gerissen, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden waren. Die Pipelines waren zum Zeitpunkt der Explosionen nicht in Betrieb, enthielten aber Gas. Nach Angaben Schwedens wurden Sprengstoffreste nachgewiesen.
Als Drahtzieher der mutmaßlichen Sabotage wurde unter anderem Russland verdächtigt. Die russische Regierung wies dies entschieden zurück und zeigte mit dem Finger auf Washington. Die US-Regierung hatte den Bau von Nord Stream 2 als geopolitisches Druckmittel des Kremls verurteilt.
B.Shevchenko--BTB