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Studie: Chinas Wirtschaft stark abhängig von Importen aus dem Westen
Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China ist groß - umgekehrt aber ist auch die Volksrepublik stark auf Importe aus dem Westen angewiesen. 2021 machten Einfuhren etwa aus Europa, Kanada, den USA oder Japan und Südkorea 53 Prozent aller Importe nach China aus, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnete. Bei den 20 wertmäßig wichtigsten Importgütern kamen demnach durchschnittlich 52 Prozent aus westlichen Ländern. Der Westen hätte im Konfliktfall also "erhebliches Drohpotenzial".
Die Abhängigkeit Chinas ist laut der am Montag veröffentlichten Studie zufolge vor allem bei Technologieprodukten groß. Die Volksrepublik habe 2021 etwa Halbleiter im Wert von 433 Milliarden Dollar importiert; 32 Prozent davon aus dem Westen und 68 Prozent, wird Taiwan dazugezählt. Bei der Luft- und Raumfahrttechnik hatten die Importe zu 99 Prozent einen westlichen Anteil, bei Autos 97 Prozent und bei Arzneimitteln 94 Prozent, wie das IW berechnete.
Schwer ersetzbar sind laut IW für China auch einige Rohstoffe und Lebensmittel wie etwa Erze, Schweinefleisch oder Mais. Auch Luxusprodukte wie Import-Parfüms kommen zu 96 Prozent aus dem Westen.
China habe das erkannt und bemühe sich, Importe auf Drittstaaten, etwa in Afrika oder Südostasien zu verlagern, erklärte das IW. Zudem versuche die Regierung in Peking, Technologie und Expertise im eigenen Land anzusiedeln und locke Forschung und Produktion ausländischer Firmen mit Fördergeldern.
"Noch kann auch China nicht ohne uns", sagte IW-China-Experte Jürgen Matthes. "Wir müssen aber zusehen, dass das Ungleichgewicht in den wirtschaftlichen Beziehungen nicht weiter zunimmt", ergänzte Ko-Autor Simon Gerards Iglesias.
Das IW hatte Anfang Februar eine Studie veröffentlicht, wonach die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China so groß wie nie ist. 2022 stieg das Handelsdefizit mit der Volksrepublik demnach auf mehr als 84 Milliarden Euro und verdoppelte sich damit im Vorjahresvergleich.
C.Meier--BTB