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Studie: Verkehr im Güterbereich wird bis 2051 um die Hälfte ansteigen
Wachsende Bevölkerungszahlen und steigender Wohlstand in Deutschland werden den Verkehr bis zum Jahr 2051 deutlich anwachsen lassen - besonders den Güterverkehr auf der Straße. Das ergibt sich aus der langfristigen Verkehrsprognose des Bundesverkehrsministeriums, die am Freitag vorgestellt wurde. "Der Verkehr in Deutschland wird in jeder Hinsicht zunehmen", fasste Bundesminister Volker Wissing (FDP) die Lage zusammen.
Die Studie legt ausgehend von 2019 bis 2051 ein Bevölkerungswachstum um 5,4 Millionen Menschen sowie einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf um 52 Prozent zugrunde. Davon ausgehend steige die Verkehrsleistung im Güterbereich von derzeit 679 auf prognostizierte 990 Milliarden Tonnenkilometer an. Durch die zunehmende Bedeutung von Lkw ergibt sich demnach ein Zuwachs von 54 Prozent allein auf der Straße. Der Güterverkehr auf der Schiene legt laut Studie um ein Drittel zu.
Das hohe Güteraufkommen auf der Straße ergibt sich daher, dass in der Prognose mit weniger Massengütern wie Kohle, Koks und Mineralöl gerechnet wird, die klassischerweise per Schiene oder Schiff transportiert werden. Zugleich nehmen demnach Güter zu, die überwiegend auf der Straße befördert werden, etwa Postsendungen, Nahrungs- und Genussmittel.
Für den Personenverkehr geht die Langfristprognose von einem Anstieg um 13 Prozent aus, die einzelnen Verkehrsträger verzeichnen hier teils hohe zweistellige Zuwachsraten - so etwa der Luftverkehr mit 68 Prozent, die Bahn mit 52 Prozent und der Radverkehr mit 36 Prozent.
Der Straßenverkehr wächst demnach mit vier Prozent nur geringfügig. Dennoch blieben Autos und Motorräder die "mit Abstand beliebtesten Fortbewegungsmittel der Deutschen", betonte das Ministerium. Mehr als zwei Drittel aller Wege würden damit auch in Zukunft zurückgelegt.
Die Zunahme des Güterverkehrs sei eine "gewaltige Aufgabe" und könne mit der heutigen Infrastruktur "nicht abgewickelt werden", sagte Wissing. Neben Investitionen in die Schiene brauche es auch solche in andere Verkehrsträger, fuhr er fort. "Ausgerechnet Straßen auszunehmen würde bedeuten, der Bevölkerung den Infrastrukturbedarf, den sie hat, bewusst vorzuenthalten." Mehr Menschen könnten nicht "mit weniger Straßen zurechtkommen".
Derzeit gibt es in der Koalition Streit über die Zukunft der Verkehrspolitik. Wissing beharrt darauf, nicht nur den Ausbau des Schienennetzes, sondern auch der Straßeninfrastruktur zu beschleunigen. Die Grünen kritisieren das als "klimaschädliche Maßnahme".
Die Deutsche Umwelthilfe sprach nun von "zweifelhaften Verkehrsprognosen für das ferne Jahr 2051" und forderte ein Durchgreifen von SPD und Grünen für die Schiene statt die Straße. Die FDP habe "kein Interesse an moderner und zukunftsfähiger Verkehrspolitik und auch nicht an der Einhaltung rechtsverbindlicher Klimaziele". Stattdessen opfere sie all das dem Ausbau der Straße.
I.Meyer--BTB