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Verdi-Chef Werneke droht mit Streiks "auch an Flughäfen"
Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hat Verdi-Bundeschef Frank Werneke von den Arbeitgebern ein "faires Angebot" gefordert und die Streikbereitschaft seiner Gewerkschaft betont. Verdi sei "in der Lage zu mobilisieren", sagte Werneke am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Das gelte unter andrem "auch an den Flughäfen", fügte er ohne Nennung weiterer Details an. Die weitere Entwicklung hänge nun von der Arbeitgeberseite ab.
Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern für 2,4 Millionen Angestellte von Bund und Kommunen wegen der hohen Inflation für eine Laufzeit von zwölf Monaten ein Lohnplus von 10,5 Prozent, mindestens jedoch monatlich 500 Euro mehr. Die Arbeitgeberseite lehnt dies ab. Die erste Runde der Tarifgespräche war im Januar ergebnislos vertagt worden; die zweite Runde ist für den 22. und 23. Februar geplant. Inzwischen laufen Warnstreiks.
Für diese Woche kündigte Verdi unter anderem erste Warnstreiks in Bayern und Baden-Württemberg an, parallel waren weitere Arbeitsniederlegungen in diversen Bundesländern von Schleswig-Holstein bis Nordrhein-Westfalen geplant. Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Nordrhein-Westfalen erste massivere Aktionen gegeben, bei denen auch der Nahverkehr bestreikt wurde. Auch in Berlin und weiteren Bundesländern gab es Protestaktionen.
Werneke verteidigte die Einkommensforderung der Gewerkschaften. Angesichts der Entwicklung der Einkommen im Öffentlichen Dienst in der jüngeren Vergangenheit sowie der aktuell hohen Inflationsentwicklung handle es sich um eine "angemessene Forderung", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Viele Beschäftigte im Öffentlichen Dienst verdienten nicht viel. Zudem entwickle sich die Einnahmesituation der Kommunen nach dem Ende der Coronakrise gut.
Der Gewerkschaftschef wies auch Kritik zurück, hohe Lohnforderungen würden die Inflationsentwicklung in Deutschland anheizen und die konjunkturelle Entwicklung belasten. Die Rezession in Deutschland falle gerade deshalb aus, weil es durch von Gewerkschaften wie der IG Metall und der IG BCE erkämpften Tarifabschlüssen gelungen sei, das Lohnniveau "einigermaßen" zu halten, sagte er. "Die Kaufkraft in Deutschland sichert die Konjunktur."
Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Verdi Warnstreiks an Flughäfen vorbereite. Bereits in der laufenden Woche könnte Verdi demnach zu eintägigen Arbeitsniederlegungen aufrufen, berichtete das Blatt am Dienstag. Im Gespräch seien Warnstreiks des Bodenpersonals unter anderem an den Flughäfen in Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg.
S.Keller--BTB