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Hunderttausende Teilnehmer an viertem Protesttag gegen Rentenreform in Frankreich
In Frankreich sind am Samstag zum vierten Mal in gut drei Wochen hunderttausende Menschen gegen die umstrittene Rentenreform auf die Straße gegangen. Alleine in Paris kamen nach Angaben der Gewerkschaft CGT 500.000 Menschen zusammen, landesweit waren es demnach 2,5 Millionen. Das Innenministerium sprach von 963.000 Demonstranten in ganz Frankreich, davon 93.000 in Paris.
Das von der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien beauftragte Marktforschungsinstitut Occurrence gab die Zahl der Demonstranten in Paris mit 110.000 an. Damit beteiligten sich mehr Menschen an den Protesten als beim dritten Protesttag am vergangenen Dienstag. Zahlreiche Beschäftigte, die finanzielle Einbußen bei einem Streik scheuen, nutzten die Möglichkeit, an einem Samstag zu demonstrieren.
Landesweit waren rund zehntausend Sicherheitskräfte im Einsatz, 4500 davon in der Hauptstadt. Dort kam es am Nachmittag zu einigen Zwischenfällen. Unter anderem wurde ein Fahrzeug umgeworfen und in Brand gesteckt, ein Polizist musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem ihn ein Wurfgeschoss am Auge getroffen hatte. Die Polizei meldete insgesamt zehn Festnahmen.
Weitere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften wurden aus Rennes im Westen des Landes gemeldet. Dort nahm die Polizei nach eigenen Angaben 22 Menschen fest.
Da die Mitarbeiter im öffentlichen Personenverkehr nicht zum Streik aufgerufen worden waren, fuhren alle Züge sowie die Pariser U-Bahnen. Dafür fiel am Flughafen Orly wegen eines nicht angekündigten Fluglotsen-Streiks jeder zweite Flug aus.
Die französische Regierung will das Renteneintrittsalter bis 2030 von 62 auf 64 Jahre anheben. Der Gesetzentwurf wird derzeit in der Nationalversammlung in aufgeheizter Stimmung debattiert.
An den drei bisherigen Protesttagen hatten sich nach Angaben der Behörden jeweils zwischen 757.000 und 1,27 Millionen Menschen beteiligt, die Gewerkschaften sprachen von mehr als zwei Millionen Teilnehmern. Für kommenden Donnerstag und für den 7. März haben die Gewerkschaften zu weiteren Protesten aufgerufen.
D.Schneider--BTB