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Norwegen stellt bei Klimagipfel Milliarden für neuen Waldschutz-Fonds in Aussicht
Norwegen hat beim Klimagipfel in Brasilien Milliardeninvestitionen in den neuen globalen Waldschutz-Fonds Tropical Forest Forever Facility (TFFF) in Aussicht gestellt. Sie werde bis zu 30 Milliarden norwegische Kronen (2,56 Milliarden Euro) in das neuartige Klimaschutz-Instrument stecken, erklärte die norwegische Regierung am Donnerstag in der Amazonas-Stadt Belém. Voraussetzung ist demnach, dass umgerechnet mindestens 8,52 Milliarden Euro von anderen Gebern eingesammelt werden.
Als weitere Bedingung wurde genannt, dass Norwegens Beitrag nicht mehr als 20 Prozent des gesamten Fonds-Kapitals ausmachen dürfe. Die norwegischen Darlehen für den TFFF sollen laut Regierung schrittweise bis 2035 bereitgestellt und dann bis 2075 zurückgezahlt werden. "Wir haben keine Zeit zu verlieren, wenn wir die Tropenwälder der Erde retten wollen", begründete der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Störe die Ankündigung.
Der brasilianische Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hatte den TFFF am Donnerstag bei einem zweitägigen Klimagipfel mit rund 50 Staats- und Regierungschefs auf den Weg gebracht, der der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz in Belém (COP30) vorausgeht. Der Fonds soll Milliardensummen anlegen und mit den Gewinnen diejenigen Tropenländer belohnen, die ihre Regenwälder schützen.
Bei seinem Start soll der Fonds zehn Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) umfassen, langfristig soll er vor allem dank privatwirtschaftlicher Investitionen auf 125 Milliarden Dollar anwachsen. Brasilien sowie Indonesien, das ebenfalls über große Tropenwälder verfügt, haben jeweils eine Milliarde Dollar (870 Millionen Euro) für den TFFF zugesagt. Bei den entsprechenden Bedingungen stünde also zusammen mit der norwegischen Investition bereits die Hälfte der anfänglich angestrebten Finanzmittel in Höhe von zehn Milliarden Dollar bereit.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am Freitag an dem Gipfeltreffen in Belém teil. Die Bundesregierung unterstützt den Tropenwald-Fonds grundsätzlich und beteiligt sich finanziell an der Einrichtung des Fonds unter dem Dach der Weltbank. Vor einer Finanzzusage Deutschlands für das Fonds-Kapital seien aber noch eine Reihe von Umsetzungsfragen zu klären, verlautete am Donnerstag aus der Bundesregierung.
Der TFFF verfolgt einen anderen Ansatz als bisherige Waldschutz-Projekte und Klimaschutzmaßnahmen. Vorgesehen ist, das Milliardenkapital in Kapitalmärkte insbesondere in Schwellenländern anzulegen. Die Gewinne sollen - abzüglich der Zinsen für die Investoren - an tropische Länder mit niedrigen Entwaldungsraten gehen.
Das Geld soll also nicht in Wiederaufforstungsprojekte in bestimmten Gebieten gesteckt werden, sondern dafür sorgen, dass Urwaldflächen gar nicht erst zerstört werden. Außerdem sollen nicht nur die Tropenwald-Länder finanziell von dem Fonds profitieren, sondern auch die Geber-Länder und andere Investoren.
K.Hofmann--VB