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Krieg im Nahen Osten: Libanons Armeechef besucht Pakistan
Der libanesische Armeechef Rodolphe Haykal ist zu einem Besuch in Pakistan aufgebrochen. Er reise auf Einladung seines pakistanischen Kollegen Asim Munir, teilte das libanesische Militär am Samstag mit. Der Besuch steht im Zusammenhang mit Pakistans Vermittlerrolle zur Beendigung des Iran-Kriegs, wie die Nachrichtenagentur AFP aus einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle erfuhr. Der Libanon spiele "eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen". Munir ist der pakistanische Chefvermittler in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zudem, dass sich der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi im Iran aufhalte, wo er Außenminister Abbas Araghtschi und andere ranghohe Vertreter des Iran treffen solle.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Israel und die libanesische Regierung hatten sich am Mittwoch bei Gesprächen in Washington auf die "Umsetzung einer Waffenruhe" geeinigt. Es sollten dabei bestimmte "Testgebiete" unter "exklusiver Kontrolle" der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Beide schränkten ein, dass die Umsetzung aber von der Einstellung der Angriffe der Hisbollah abhänge. Die pro-iranische Miliz, die bereits die vorherigen Waffenruhen mit Israel abgelehnt hatte, akzeptiert aber auch die neue Vereinbarung nicht. Der Iran besteht darauf, den Libanon in ein mögliches Abkommen mit den USA zur Beendigung des Kriegs einzubeziehen.
Israel setzte derweil seine Angriffe im Libanon fort und veröffentlichte Evakuierungsaufforderungen für fünf Dörfer im Süden und Osten des Landes. Später teilte die israelische Armee mit, sie habe bei ihrem Militäreinsatz gegen die pro-iranische Hisbollah binnen 48 Stunden rund 150 Ziele im Süden des Libanon angegriffen. Dabei seien Waffenlager, Kommandozentralen und Raketenabschussvorrichtungen der Miliz ins Visier genommen worden.
Die libanesische Armee teilte mit, drei Soldaten seien am Samstag beim Beschuss eines Militärfahrzeugs im Süden des Landes getötet worden. Das israelische Militär erklärte, das angegriffene Fahrzeug habe sich "verdächtig bewegt" in einer "aktiven Kampfzone". Die Angriffe im Libanon richteten sich gegen die "Terrororganisation Hisbollah", betonte das Militär und kündigte zugleich an, den Vorfall zu prüfen.
Libanesische Staatsmedien berichteten, die israelische Armee habe mehrere Angriffe im Süden und Losten des Libanon ausgeführt. Das Hiram-Krankenhaus in der Stadt Tyros teilte mit, eine Krankenschwester sei auf dem Weg zur Arbeit durch einen Angriff getötet worden.
Die pro-iranische Hisbollah erklärte unterdessen, sie habe israelische Soldaten im Süden des Libanon angegriffen sowie einen Artillerieposten auf der israelischen Seite der Grenze.
A.Ruegg--VB